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Kaltgepresstes Hundefutter: Herstellung, Vor- und Nachteile, Mythen

Von Beytullah Coscun · · Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2026

Einige Pellets kaltgepresstes Hundefutter auf einem Holzboden neben einem Messbecher – Symbolbild (KI-generiert)

Kaltgepresst klingt nach Ölmühle und Frische. Tatsächlich ist es Pelletierung bei laut Fachtierärztin etwa 80–100 °C an der Pelletwand. Was Studien zu Verdaulichkeit und Maillard-Produkten zeigen.

Was ist kaltgepresstes Hundefutter? Kaltgepresstes Hundefutter ist Trockenfutter, das nicht extrudiert, sondern pelletiert wird: Getrocknete, gemahlene Zutaten werden unter hohem Druck durch eine Lochscheibe (Matrize) gepresst. „Kalt“ heißt dabei nur, dass keine zusätzliche Hitze zugeführt wird. Durch Druck und Reibung entsteht trotzdem Wärme, laut einer Fachtierärztin für Tierernährung an der Pelletwand etwa 80 bis 100 °C [1]. Ob das Futter dadurch besser für Ihren Hund ist, belegen die vorliegenden Studien nicht. In einem Vergleich mit gleicher Rezeptur war das extrudierte Futter sogar besser verdaulich [3].

Das Wort stammt aus der Ölmühle. Dort hat es einen guten Ruf. Dieser Ratgeber erklärt, wie Kaltpressung bei Hundefutter funktioniert, welche Temperaturen tatsächlich gemessen oder angegeben werden, was Studien zu Verdaulichkeit und Maillard-Produkten zeigen und woran Sie ein gutes Trockenfutter erkennen, egal wie es hergestellt wurde.

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Verfahren: „Kaltgepresst“ bedeutet Pelletierung ohne zusätzliche Hitzezufuhr. Wärme entsteht trotzdem durch Druck und Reibung [1][2].
  • Temperaturen: Fachquellen nennen 40 bis 80 °C, etwa 80 °C oder 80 bis 100 °C an der Pelletwand [1][2][8]. Ein Hersteller gibt für sein gekühltes Verfahren 7 bis 10 °C an [9]. Die Zutaten sind meist schon vorher getrocknet [1][9].
  • Verdaulichkeit: Bei identischer Maisrezeptur war das extrudierte Futter am besten verdaulich, das pelletierte am schlechtesten [3].
  • Maillard-Produkte: In 67 Handelsfuttern enthielt pelletiertes Futter im Mittel mehr davon als extrudiertes [5].
  • Entscheidend bleiben Rezeptur, vollständige Deklaration und die Verträglichkeit bei Ihrem Hund, nicht das Wort auf der Packung.

Was ist kaltgepresstes Hundefutter? Ein Pellet mit gutem Namen

Die meisten Trockenfutter im Handel sind Extrudate: Ein Brei aus Zutaten wird mit Wasserdampf, Druck und Temperaturen bis zu 120 °C durch Düsen gepresst und dehnt sich dabei auf [1]. Kaltgepresstes Futter entsteht anders. Die Zutaten werden getrocknet, gemahlen, gemischt und durch die Bohrungen einer Matrize gedrückt, bis sie zu festen Zylindern verkleben [1][2]. Das Ergebnis kennt man vom Pferdestall. Pellets.

Fachlich heißt das Verfahren Pelletierung. Das Wort „kaltgepresst“ beschreibt nach Darstellung des Landeskontrollverbands Sachsen nur, dass beim Pressen keine zusätzliche Hitze zugeführt wird [1]. Mit kaltgepresstem Leinöl oder Olivenöl hat das Verfahren wenig gemein, auch wenn der Begriff diese Assoziation weckt [2].

ℹ Begriffe

  • Extrusion: Kochen unter Druck und Dampf in einer Schnecke, danach Trocknung. Fett und Vitamine werden oft nachträglich aufgesprüht [1].
  • Pelletierung („Kaltpressung“): Pressen trockener Mehle durch eine Matrize, ohne Dampf und ohne anschließende aufwendige Trocknung [1][2].
  • Gebackenes Futter: Teig, der meist rund 30 Minuten bei mindestens 120 °C gebacken wird [1].

Eine gesetzliche Definition von „kaltgepresst“ für Futtermittel haben wir in der EU-Kennzeichnungsverordnung VO (EG) Nr. 767/2009 nicht gefunden [10].

Herstellung: So funktioniert die Kaltpressung

Am Anfang steht die Trocknung. Gepresst werden getrocknete und zerkleinerte Einzelkomponenten [1], also Trockenfleisch, Mehle, getrocknetes Gemüse. Der Hersteller Markus-Mühle schreibt selbst, die Zutaten würden „getrocknet angeliefert, teilweise einzeln vermahlen, anschließend gemischt und zu Pellets gepresst“ [9]. Wie heiß diese Zutaten bei ihrer Trocknung wurden, steht in der Regel nicht auf der Packung.

In der Presse drückt eine Walze die Mischung durch die Bohrungen einer rotierenden Trommel oder Lochscheibe [2]. Der Druck verdichtet das Mehl, die Partikel verkleben zu Pellets [1]. Weil kaum Wasser zugesetzt wird, entfällt die teure Trocknung, die beim Extrudat nötig ist [1]. Das spart Energie. Vor allem beim Hersteller.

Industrielle Pelletpresse für Futtermittel in einer Produktionshalle – Symbolbild (KI-generiert)
Symbolbild: Industrielle Pelletpressen, wie sie für Futtermittel eingesetzt werden. Das Foto zeigt keine Hundefutterproduktion. Bild: Asistolos / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 3.0 (creativeco…), verkleinert.

Die Folge des fehlenden Kochschritts beschreibt die Fachliteratur nüchtern: Stärke aus Getreide oder Kartoffeln wird bei der Pelletierung weniger aufgeschlossen [1]. In der Studie von Alvarenga und Kollegen hatte das pelletierte Futter den geringsten Stärkeaufschluss und den höchsten Anteil resistenter Stärke, das extrudierte den höchsten Aufschluss [3]. Manche Zutaten müssen nach Angaben des Fachmagazins GlobalPETS deshalb vorgekocht werden, etwa aus Hygienegründen bei tierischen Nebenprodukten [8].

Wie kalt ist „kaltgepresst“? Die Temperaturen im Vergleich

Hier wird es spannend, denn die Angaben gehen weit auseinander. Ein einheitliches Messverfahren gibt es nicht, und Oberflächen- und Kerntemperatur eines Pellets sind zweierlei [1]. Die folgende Tabelle stellt die Angaben nebeneinander, mit Quelle.

VerfahrenAngegebene TemperaturQuelle
Extrusionbis zu 120 °CLKV Sachsen [1]
Backenmindestens 120 °C, meist ca. 30 MinutenLKV Sachsen [1]
Kaltpressung (Pelletwand)ca. 80 bis 100 °C, nicht gleich KerntemperaturLKV Sachsen [1]
Kaltpressungca. 80 °Cfutalis [2]
Pressen allgemein40 bis 80 °CGlobalPETS [8]
„IcePressed®“ (Herstellerangabe)Prozess gekühlt bei 7 bis 10 °C, „lediglich unvermeidbare, produktionsbedingte Temperaturen“Markus-Mühle [9]

Zur Einordnung: Mit dem Kühlschrank hat das wenig zu tun. Kalt ist daran vor allem der Vergleich mit dem Extruder. Die Herstellerangabe von 7 bis 10 °C bezieht sich nach dem Wortlaut auf die Kühlung des Prozesses; welche Temperatur im Pellet selbst entsteht, nennt die Seite nicht [9]. Wir haben keine eigenen Messungen. Wir geben die Angaben so wieder, wie sie veröffentlicht sind.

💡 So lesen Sie Temperaturangaben

  • Fragen Sie: Temperatur wovon? Kühlwasser, Maschine, Pelletoberfläche oder Pelletkern?
  • Fragen Sie nach der Vorgeschichte: Wie wurden Fleischmehl, Trockenfleisch und Getreide vorher getrocknet oder erhitzt?
  • Eine Zahl ohne Messpunkt ist ein Werbeargument, keine Prozessbeschreibung.

Verdaulichkeit: Die Studien sprechen nicht für die Presse

Das stärkste Werbeargument lautet „besser verdaulich“. Geprüft wurde das selten, aber es wurde geprüft. Alvarenga und Kollegen stellten 2024 drei Futter mit derselben Rezeptur her, 56 % Mais als einzige Stärkequelle, einmal pelletiert, einmal gebacken, einmal extrudiert [3]. Zwölf Hunde fraßen jede Variante. Die scheinbare Gesamtverdaulichkeit war beim Extrudat am höchsten, dann folgten gebacken und pelletiert; auch die Kotqualität war beim Extrudat am besten [3].

Ältere Daten zeichnen ein gemischtes Bild. In einer Wageninger Studie von 1996 mit sechs Hunden senkte die Extrusion die scheinbare Stickstoff-, also Eiweißverdaulichkeit, gegenüber dem pelletierten Futter [4]. Die Autoren deuteten den niedrigeren Kot-pH als Hinweis auf mehr bakterielle Gärung im Darm [4]. GlobalPETS weist darauf hin, dass die tatsächliche Verdaulichkeit dabei gleich sein könnte und dass mit nativem Getreide in einer späteren Studie das Gegenteil beobachtet wurde [8].

Weißer Napf mit braunen, runden Trockenfutter-Kroketten von oben – Symbolbild (KI-generiert)
Symbolbild: Trockenfutter-Kroketten, wie sie für extrudiertes Futter typisch sind. Das Herstellungsverfahren dieses Futters ist nicht bekannt. Bild: James Redekop / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 2.0 (creativeco…), verkleinert.

Die Fachtierärztin des LKV Sachsen fasst die Praxis so zusammen: Hunde mit kaltgepresstem Futter setzen häufig größere Kotmengen ab, ein Zeichen für mehr unverdaute Reste [1]. Für verdauungssensible Hunde und für Tiere mit hohem Energiebedarf, etwa tragende oder säugende Hündinnen und Arbeitshunde, sollte die geringere Verdaulichkeit beachtet werden [1]. Das ist kein Urteil über jedes einzelne Produkt. Rezeptur und Zutaten können den Unterschied verschieben.

🐾 Tierwohl

Was über die Verdaulichkeit verschiedener Herstellungsverfahren bekannt ist, stammt aus Fütterungsversuchen mit lebenden Hunden, etwa mit zwölf Hunden in der Studie von 2024 und sechs Hunden in der Studie von 1996 [3][4]. In der Studie von 2024 bekamen die Hunde zusätzlich ein Kontrollfutter, unter dem sie Durchfall entwickelten [3]. Werbeaussagen wie „besser verdaulich“ sollten sich deshalb auf solche vorhandenen Daten stützen und nicht nach neuen Versuchen verlangen, die nur Marketing bestätigen sollen. Das ist unsere Einschätzung.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Ehrlich bleiben heißt auch: Pellets haben Eigenschaften, die manche Halter schätzen. Sie sind kompakt, fest und lassen sich gut portionieren. Belegt ist allerdings vor allem, was gegen sie spricht. Die Tabelle trennt belegte Punkte von Werbeaussagen.

PunktWas belegt istQuelle
Energie und Kosten der HerstellungKein Dampf, keine teure Trocknung; der Vorteil liegt laut LKV eher beim Hersteller[1]
Stärkeaufschlussgeringer als bei Extrusion[1][3]
Verdaulichkeitbei identischer Rezeptur geringer als beim Extrudat; ältere Studie mit gegenteiligem Befund beim Eiweiß[3][4]
HygieneKeime werden bei den niedrigeren Temperaturen nicht immer vollständig abgetötet[1]
Fettgehaltbegrenzte Möglichkeit, Fett einzusetzen[2]
Einweichenzerfällt zu Brei, kaum Volumenzunahme[1]
Maillard-Produkteim Mittel mehr als in extrudiertem Futter (Handelsproben)[5]
„Kein Aufquellen im Magen, weniger Blähungen“Werbeaussage; laut GlobalPETS gibt es keine schlüssigen Studien dazu[8]

Fünf Mythen über kaltgepresstes Hundefutter

Mythos 1: „Kaltgepresst heißt roh“

Nein. Die Rohstoffe sind getrocknet oder als Mehle verarbeitet, bevor sie in die Presse kommen [1][9]. Beim Pressen entsteht zusätzlich Wärme [1][2]. Wer Rohfütterung sucht, findet sie nicht im Pellet.

Mythos 2: „Ohne Hitze bleiben alle Vitamine erhalten“

Ganz ohne Wärme läuft keine Pelletpresse [1][2]. Hinzu kommt die Vorgeschichte der getrockneten Zutaten. Für Verluste gilt laut LKV Sachsen bei jedem Verfahren dasselbe: Der Hersteller muss sie ausgleichen, damit alle Nährstoffe bedarfsdeckend enthalten sind [1]. Ein Alleinfuttermittel muss den Bedarf decken, egal wie es geformt wurde.

Mythos 3: „Niedrige Temperatur, also keine Maillard-Produkte“

Die Maillard-Reaktion zwischen Zuckern und Eiweiß macht Lysin teilweise unverwertbar [7]. Eine Übersichtsarbeit hält fest, dass sie auch beim Konditionieren und Pelletieren abläuft, trotz niedrigerer Temperaturen [7]. In einer Analyse von 67 Hunde- und Katzenfuttern lagen die Gehalte im Mittel bei Dosenfutter am höchsten, danach bei pelletiertem, dann bei extrudiertem Futter [5]. Bei einem Pelletierversuch stieg der Gehalt an Carboxymethyllysin von 12,6 auf 14,8 mg je kg Trockenmasse [6]. Die Zutatenwahl spielte dabei nach Einschätzung der Autoren eine größere Rolle als der Prozess [6].

Messbecher randvoll mit runden Trockenfutter-Kroketten für Hunde – Symbolbild (KI-generiert)
Symbolbild: Ob Krokette oder Pellet, über die Qualität entscheiden Rezeptur und Deklaration. Bild: carterse / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 2.0 (creativeco…), verkleinert.

Mythos 4: „Extrudiertes Futter quillt im Magen auf, Pellets nicht“

Richtig ist: Extrudat quillt beim Einweichen auf, Pellets zerfallen eher [1]. Daraus machen manche Anbieter ein Sicherheitsargument. Schlüssige Studien, dass Pellets Blähungen oder Magendrehung verhindern, gibt es laut GlobalPETS nicht [8]. Das LKV Sachsen rät bei Hunden mit erhöhtem Magendrehungsrisiko, Extrudat eingeweicht zu füttern [1]. Mehr dazu in unserem Beitrag Trockenfutter einweichen.

Mythos 5: „Kaltgepresst ist ein Qualitätsmerkmal“

Das Verfahren sagt nichts über Fleischanteil, Zusatzstoffe oder Nährstoffbilanz. Ein Pellet aus guten Zutaten kann ein gutes Futter sein. Ein Extrudat ebenso. Wie man vage Werbebegriffe erkennt, zeigt unser Ratgeber Irreführende Werbung bei Tierfutter erkennen.

⚠ Hygiene

Bei den im Vergleich zur Extrusion niedrigeren Temperaturen werden Keime nicht immer vollständig abgetötet [1]. Das betrifft das Herstellungsverfahren, nicht ein bestimmtes Produkt. Fragen Sie beim Hersteller nach Hygienekontrollen; bei Fragen zur Fütterung eines kranken Hundes ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Die Packung verrät mehr als das Etikett „kaltgepresst“. Schauen Sie zuerst, ob es ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel ist, dann auf die Zusammensetzung und die analytischen Bestandteile. Was die Pflichtangaben bedeuten, erklärt Futterdeklaration richtig lesen; den Unterschied der Futterarten Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel.

✅ Checkliste

  1. Futterart: Steht „Alleinfuttermittel“ drauf? Nur dann soll es allein den Bedarf decken.
  2. Zusammensetzung: Werden Fleisch- und Getreideanteile in Prozent genannt, oder nur Sammelbegriffe? Hintergrund: Fleischanteil im Hundefutter.
  3. Temperaturangabe: Nennt der Hersteller, wo gemessen wird und wie die Zutaten vorbehandelt wurden?
  4. Belege: Gibt es für „besser verdaulich“ oder „quillt nicht auf“ eine Studie mit genau diesem Futter?
  5. Futtermenge: Pellets sind dicht. Wiegen Sie statt zu schätzen, siehe Futtermenge Hund berechnen.
  6. Umstellung: Langsam über mehrere Tage wechseln, Kot beobachten: Futterumstellung beim Hund.

Ein letzter Praxispunkt: Trockenfutter aller Art braucht Wasser daneben. Und wer zwischen Trocken- und Nassfutter schwankt, findet Haltbarkeitsfragen im Beitrag Nassfutter und Trockenfutter: Haltbarkeit.

Fazit

Kaltgepresstes Hundefutter ist pelletiertes Trockenfutter. Das Verfahren spart dem Hersteller Dampf und Trocknung und lässt die Stärke weniger aufgeschlossen [1][3]. Für eine bessere Verdaulichkeit oder weniger Maillard-Produkte finden sich in den vorliegenden Studien keine tragfähigen Belege, eher Hinweise auf das Gegenteil [3][5]. Nach unserer Einschätzung ist „kaltgepresst“ deshalb ein Herstellungshinweis, kein Qualitätsurteil. Ob ein Futter taugt, entscheiden Rezeptur, Deklaration und Ihr Hund. Das Wort ‚kalt‘ sagt ohne Temperaturangabe wenig über das Verfahren.

Häufige Fragen

Was ist kaltgepresstes Hundefutter?

Pelletiertes Trockenfutter: Getrocknete, gemahlene Zutaten werden ohne Dampf und ohne zusätzliche Hitzezufuhr durch eine Matrize gepresst [1][2].

Wie funktioniert die Kaltpressung?

Eine Walze drückt die Mischung durch Bohrungen einer Trommel oder Lochscheibe. Der Druck verdichtet die Partikel, sie verkleben zu Pellets. Dabei entsteht durch Reibung Wärme, Fachquellen nennen etwa 80 °C bzw. 80 bis 100 °C an der Pelletwand [1][2].

Ist kaltgepresstes Futter besser verdaulich als extrudiertes?

Das ist nicht belegt. Bei identischer Rezeptur war in einer Studie von 2024 das extrudierte Futter am besten und das pelletierte am schlechtesten verdaulich [3]. Eine ältere Studie fand beim Eiweiß einen gegenteiligen Effekt [4].

Zwei Fragen aus dem Fütterungsalltag:

Kann man kaltgepresstes Futter einweichen?

Ja, aber es zerfällt laut LKV Sachsen zu Brei, und das Wasser setzt sich ab; das Volumen nimmt kaum zu [1].

Schützt kaltgepresstes Futter vor Magendrehung?

Dafür gibt es laut Fachmagazin GlobalPETS keine schlüssigen Studien [8]. Bei Hunden mit erhöhtem Risiko sprechen Sie die Fütterung am besten mit Ihrer Tierarztpraxis ab.

Bildnachweise

  • Titelbild: Pellets aus kaltgepresstem Hundefutter. Bild: ASociologist / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 4.0 (creativeco…), verkleinert.
  • Symbolbild Pelletpressen: Asistolos / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 3.0 (creativeco…), verkleinert. (Foto im Text)
  • Symbolbild: Trockenfutter-Kroketten, wie sie für extrudiertes Futter typisch sind. Das Herstellungsverfahren dieses Futters ist nicht bekannt. Bild: James Redekop / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 2.0 (creativeco…), verkleinert. (Foto im Text)
  • Symbolbild Kroketten im Messbecher: carterse / Wikimedia Commons (commons.wi…), Lizenz CC BY-SA 2.0 (creativeco…), verkleinert. (Foto im Text)

Quellen (abgerufen am 16.10.2026)

  1. Rückert C (LKV Sachsen, 2024): Extrudiert, kaltgepresst oder gebacken? – Die Herstellungsverfahren für Trockenfutter genauer betrachtet: lkvsachsen.de
  2. futalis, Kaltgepresstes Hundefutter oder extrudiertes? (Händler- und Herstellerratgeber): futalis.de
  3. Alvarenga et al. (2024): Processing of corn-based dog foods through pelleting, baking and extrusion and their effect on apparent total tract digestibility and colonic health of adult dogs. Journal of Animal Science 102:skae067: pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Stroucken et al. (1996): Extruding vs Pelleting of a Feed Mixture Lowers Apparent Nitrogen Digestibility in Dogs. Journal of the Science of Food and Agriculture 71(4):520–522: doi.org
  5. van Rooijen C et al. (2014): Quantitation of Maillard Reaction Products in Commercially Available Pet Foods. Journal of Agricultural and Food Chemistry 62(35):8883–8891: doi.org
  6. van Rooijen C et al. (2014): The effect of steam pelleting of a dry dog food on the Maillard reaction. Animal Feed Science and Technology 198:238–247: research.wur.nl
  7. van Rooijen C et al. (2013): The Maillard reaction and pet food processing: effects on nutritive value and pet health. Nutrition Research Reviews 26(2):130–148: doi.org
  8. Wesker A (GlobalPETS, 13.03.2026): Pet food processes: extrusion vs cold press: globalpetindustry.com
  9. Markus-Mühle, Herstellung – Kaltgepresst® – IcePressed® (Herstellerangabe): markus-muehle.de
  10. Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, konsolidierte Fassung: eur-lex.europa.eu

Stand: 16.10.2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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