Futterprüfer.de

Mindestens zwei Zeichen eingeben. Tippfehler werden toleriert.

Futterumstellung beim Hund: Schritt-für-Schritt-Plan und Dauer

Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Junger Hund frisst aus einem Napf, daneben zwei Näpfe mit Trockenfutter vor weißem Hintergrund – Symbolbild für die schrittweise Futterumstellung beim Hund

Wie gelingt die Futterumstellung beim Hund? Mit einem schrittweisen Übergang statt eines abrupten Wechsels. Wir zeigen einen Sieben-Tage-Plan nach AAHA-Empfehlung, was die WSAVA zur Dauer sagt, was eine Studie zum langsamen Umstellen ergab, wie Sie von Trocken- auf Nassfutter wechseln und bei welchen Anzeichen Sie die Tierarztpraxis fragen sollten.

Wie gelingt die Futterumstellung beim Hund? Stellen Sie schrittweise um, nicht von heute auf morgen. Die American Animal Hospital Association (AAHA) empfiehlt für Hunde eine Umstellung über sieben Tage: Zu Beginn ersetzen Sie 25 % des alten Futters durch das neue und steigern den Anteil dann nach und nach, je nachdem, wie Ihr Hund das neue Futter annimmt. Die Weltvereinigung der Kleintierärzte (WSAVA) nennt für gesunde Tiere mindestens drei Tage, bei kranken Tieren länger. Treten dabei anhaltende Verdauungsprobleme auf, sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis.

In diesem Beitrag finden Sie einen Schritt-für-Schritt-Plan als Tabelle, Hinweise für den Wechsel zwischen Trocken- und Nassfutter, was Studien zum langsamen Umstellen zeigen und wann Sie tierärztlichen Rat einholen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dauer: Die AAHA empfiehlt für Hunde sieben Tage, die WSAVA für gesunde Tiere mindestens drei Tage. Bei Hunden mit Erkrankungen dauert es länger.
  • Start: 25 % des alten Futters durch das neue ersetzen, dann schrittweise steigern. Beim Hund können Sie laut WSAVA beide Futter meist im selben Napf mischen.
  • Tempo nach Hund: Frisst Ihr Hund gut und ist der Kot normal, geht es weiter. Wenn nicht, bleiben Sie länger auf einer Stufe.
  • Bei Durchfall: Die Cornell University rät, zum alten Futter zurückzukehren, bis der Kot wieder fest ist, und dann langsamer neu zu beginnen, etwa über ein bis zwei Wochen.
  • Tierarzt: sofort anrufen, wenn der Hund nicht frisst, matt wirkt, zusätzlich erbricht, der Kot schwarz und teerartig ist oder Blut enthält. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, ebenfalls. Bei Welpen, älteren oder kranken Hunden lieber früher.

Futterumstellung beim Hund: Warum langsam?

Ein plötzlicher Futterwechsel kann laut AAHA zu Verdauungsproblemen führen. Auch die Cornell University nennt einen zu schnellen Futterwechsel als eine mögliche, meist vorübergehende Ursache für Durchfall bei Hunden.

Eine Studie aus China (Liao und Kollegen, 2023) hat das an 13 gesunden Beagle-Welpen untersucht. Eine Gruppe bekam das neue Futter sofort, die andere wurde über sieben Tage schrittweise umgestellt. In der schrittweise umgestellten Gruppe trat Durchfall seltener auf, und die Darmflora veränderte sich anders als bei der abrupten Umstellung. Die Studie ist klein und auf Welpen einer Rasse beschränkt. Sie stützt aber die gängige Empfehlung, nicht abrupt zu wechseln.

Schritt-für-Schritt-Plan: Futterumstellung in sieben Tagen

Der folgende Plan orientiert sich an der Vorlage der AAHA für Hunde (sieben Tage, Start mit 25 % neuem Futter). Er ist eine Orientierung, kein starres Schema: Entscheidend ist, wie Ihr Hund das neue Futter annimmt.

TagAltes FutterNeues FutterWorauf Sie achten
1–275 %25 %Frisst der Hund wie gewohnt? Ist der Kot normal?
3–450 %50 %Kot weiter beobachten; bei weichem Kot länger auf dieser Stufe bleiben
5–625 %75 %Gewöhnung prüfen, Appetit beobachten
ab 70 %100 %Futtermenge an das neue Futter anpassen

Quelle: Tageseinteilung nach der Grafik „Tips and Timelines for Transitioning Your Pet to a New Food“ der AAHA (2021); die AAHA nennt als Zahl nur den Start mit 25 %, die weiteren Anteile sind unsere Umsetzung der Grafik. Die Anteile beziehen sich auf die Tagesration.

Wichtig ist die Futtermenge: Zwei Futter haben selten denselben Energiegehalt. Rechnen Sie die Tagesration für das neue Futter anhand der Fütterungsempfehlung oder des Kaloriengehalts neu, bevor Sie mischen. Sonst bekommt Ihr Hund während der Umstellung unbemerkt mehr oder weniger Energie als vorher. Wie Sie die Tagesration berechnen, zeigt unser Beitrag Futtermenge für Hunde berechnen.

Wie lange dauert die Futterumstellung beim Hund?

Die Empfehlungen der Fachverbände liegen nah beieinander:

QuelleEmpfehlung für Hunde
AAHA, „Tips and Timelines“ (2021)Umstellung über sieben Tage, Start mit 25 % neuem Futter, Steigerung nach Akzeptanz
WSAVA, „Frequently Asked Questions and Myths“bei gesunden Tieren mindestens drei Tage, bei Erkrankungen länger; beim Hund Futter meist im selben Napf mischbar
Cornell University, Riney Canine Health Centernach Durchfall durch zu schnellen Wechsel: neu starten und über ein bis zwei Wochen verteilen

Unsere Einschätzung: Für die meisten gesunden erwachsenen Hunde ist eine Woche ein guter Ausgangspunkt. Hat Ihr Hund einen empfindlichen Magen oder hat eine frühere Umstellung Probleme gemacht, planen Sie lieber zwei Wochen ein.

Von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen (und umgekehrt)

Für den Wechsel der Futterform gilt derselbe Grundsatz: schrittweise mischen. Zusätzlich sollten Sie zwei Dinge beachten:

  • Menge in Kalorien statt in Gramm umrechnen: Nassfutter enthält laut FEDIAF mindestens 60 % Feuchte, Trockenfutter höchstens 14 %. Für dieselbe Energiemenge braucht Ihr Hund deshalb ein Vielfaches an Nassfutter. Teilen Sie die Ration über die Kalorien auf, nicht über das Gewicht.
  • Wasser: Mit Nassfutter nimmt Ihr Hund einen Teil seines Wassers über das Futter auf. Frisches Wasser sollte trotzdem immer bereitstehen, bei Trockenfutter erst recht.

Achten Sie beim Wechsel außerdem darauf, dass auch das neue Futter ein Alleinfuttermittel ist. Reines Nassfutter ist nicht automatisch ein vollständiges Futter: Manche Produkte sind Ergänzungsfuttermittel. Den Unterschied erklären wir im Beitrag Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel. Eine Auswahl geprüfter Alleinfutter finden Sie unter Alleinfuttermittel für Hunde.

Durchfall, weicher Kot, Juckreiz: Was ist normal, wann zum Tierarzt?

Etwas weicherer Kot in den ersten Tagen kommt bei einer Umstellung vor. Laut Cornell University sind viele Durchfälle bei Hunden mild und klingen von selbst ab. Tritt nach dem Wechsel Durchfall auf, kann es sein, dass zu schnell umgestellt wurde. Die Empfehlung dort: zum alten Futter zurückkehren, bis der Kot wieder fest ist, und die Umstellung dann langsamer wiederholen.

Durchfall hat aber viele mögliche Ursachen, von Stress über Parasiten bis zu Erkrankungen. Ob er mit dem Futter zusammenhängt, lässt sich von außen nicht sicher sagen. Die Cornell University nennt diese Gründe, tierärztlichen Rat einzuholen. Bei den ersten vier Punkten sollten Sie nicht abwarten:

  • Ihr Hund frisst nicht oder hört auf zu fressen.
  • Er wirkt matt, schlapp oder ungewöhnlich ruhig.
  • Der Kot ist schwarz und teerartig oder enthält frisches Blut.
  • Er erbricht zusätzlich.
  • Der Durchfall hält länger als ein bis zwei Tage an; spätestens nach 48 bis 72 Stunden sollte er abgeklungen sein.

Unsere Einschätzung: Bei Welpen, älteren Hunden und Hunden mit Vorerkrankungen rufen Sie lieber früher in der Praxis an. Geben Sie Ihrem Hund keine Arzneimittel für Menschen, auch keine Durchfallmittel aus der Hausapotheke. Die Cornell University rät ausdrücklich davon ab, solche Mittel ohne tierärztliche Anweisung zu geben; sie können manchen Hunden schaden.

Juckreiz, Hautveränderungen oder Ohrenprobleme nach einem Futterwechsel gehören ebenfalls in tierärztliche Hand. Dafür gibt es viele mögliche Ursachen. Ob das Futter eine Rolle spielt, kann nur eine tierärztliche Untersuchung klären. Wechseln Sie in diesem Fall nicht auf eigene Faust von Futter zu Futter.

Sonderfälle: Diätfutter, Welpen, Getreidefrei

Diätfuttermittel: Auf Futter für besondere Ernährungszwecke (Diätfutter) muss laut Art. 18 c VO 767/2009 der Hinweis stehen, dass vor der Verwendung oder vor einer Verlängerung der Verwendungsdauer der Rat eines Tierarztes oder Fütterungsexperten eingeholt werden sollte. Ob und wie auf ein Diätfutter oder von einem Diätfutter weg umgestellt wird, besprechen Sie deshalb mit Ihrer Tierarztpraxis.

Welpen: Für den Wechsel vom Welpen- auf das Futter für erwachsene Hunde gelten dieselben Umstellungsschritte. Wann der richtige Zeitpunkt ist, hängt von der erwarteten Größe des Hundes ab. Besprechen Sie ihn mit Ihrer Tierarztpraxis. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Ab wann kein Welpenfutter mehr?

Getreidefreies Futter: Auch bei einem Wechsel auf getreidefreies Futter gilt: schrittweise umstellen und die Menge anpassen. Ob sich das lohnt, beleuchten wir im Beitrag Ist getreidefreies Hundefutter sinnvoll?

Tipps, wenn der Hund das neue Futter verweigert

  • Bleiben Sie länger auf einer niedrigen Stufe, statt den Anteil des neuen Futters schnell zu erhöhen.
  • Die AAHA nennt als einfache Hilfen eine kleine Menge Nassfutter als Topping oder salzarme Hühner- oder Rinderbrühe. Verwenden Sie dafür keine gewürzte Brühe mit Zwiebeln oder Knoblauch.
  • Frisst Ihr Hund über mehr als einen Tag kaum oder gar nicht, sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis. Bei Welpen früher.

Häufige Fragen

Kann ich das Hundefutter auch ohne Übergang wechseln?

Manche Hunde vertragen das, ein plötzlicher Wechsel kann laut AAHA aber zu Verdauungsproblemen führen. AAHA und WSAVA empfehlen eine schrittweise Umstellung, und eine kleine Studie mit Welpen zeigte bei abruptem Wechsel häufiger Durchfall. Ist kein Übergang möglich, etwa weil das alte Futter nicht mehr erhältlich ist, beobachten Sie Kot und Appetit besonders genau.

Wie lange dauert Durchfall nach einer Futterumstellung?

Eine feste Dauer gibt es nicht. Hält der Durchfall nach einem Futterwechsel länger als ein bis zwei Tage an, empfiehlt die Cornell University einen Tierarzttermin. Kommen Warnzeichen wie Erbrechen, Fressunlust, Mattigkeit, schwarzer Kot oder Blut im Kot hinzu, rufen Sie sofort in der Praxis an. Bei Welpen, älteren oder kranken Hunden gilt das früher. Ursache und Behandlung klärt die Tierarztpraxis.

Wie stelle ich von Trockenfutter auf Nassfutter um?

Wie bei jeder Umstellung schrittweise über etwa eine Woche. Rechnen Sie die Ration über die Kalorien um, weil Nassfutter viel Wasser enthält, und prüfen Sie, ob das Nassfutter ein Alleinfuttermittel ist.

Muss ich bei jedem neuen Sack desselben Futters umstellen?

Nein, bei gleichem Produkt ist keine Umstellung nötig. Wechseln Sie aber die Sorte oder die Rezeptur, auch innerhalb einer Marke, gilt die schrittweise Umstellung.

Wie oft darf ich das Futter meines Hundes wechseln?

Dazu gibt es keine feste Regel aus den Fachquellen. Wichtig ist, dass jedes Futter ein Alleinfuttermittel ist und jeder Wechsel schrittweise erfolgt. Verträgt Ihr Hund Wechsel schlecht, bleiben Sie lieber bei einem bewährten Futter.

Fazit

Die Futterumstellung beim Hund gelingt am besten schrittweise: Laut AAHA über sieben Tage mit 25 % neuem Futter zum Start, laut WSAVA bei gesunden Hunden über mindestens drei Tage. Passen Sie Tempo und Menge an Ihren Hund an und rechnen Sie die Ration für das neue Futter neu. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an oder kommen Erbrechen, Fressunlust, Mattigkeit, schwarzer Kot oder Blut im Kot hinzu, gehört Ihr Hund in tierärztliche Hände. Vergleichstests verschiedener Futter finden Sie in unseren Tests.

Quellen

  • American Animal Hospital Association (AAHA): Tips and Timelines for Transitioning Your Pet to a New Food (2021): aaha.org (PDF)
  • World Small Animal Veterinary Association (WSAVA), Global Nutrition Committee: Frequently Asked Questions and Myths: wsava.org (PDF)
  • Cornell University College of Veterinary Medicine, Riney Canine Health Center: Diarrhea (aktualisiert 03/2024): vet.cornell.edu
  • Liao P et al. (2023): Abrupt Dietary Change and Gradual Dietary Transition Impact Diarrheal Symptoms, Fecal Fermentation Characteristics, Microbiota, and Metabolic Profile in Healthy Puppies. Animals 13(8):1300: doi.org
  • FEDIAF Nutritional Guidelines, September 2025 (Glossar Trocken-/Nassfutter): europeanpetfood.org
  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009, konsolidierte Fassung vom 26.12.2018, Art. 18: eur-lex.europa.eu

Stand: 09.10.2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Passende Tests

Verwandte Artikel

  • Verschiedene Kauartikel und Hundekekse in Knochenform auf weißem Hintergrund

    Kauartikel und Snacks für Hunde: richtig einordnen und füttern

    Kauartikel, Leckerlis und Ergänzungsfutter sind kein Alleinfutter. Wir erklären, wann ein Kauartikel als Einzelfuttermittel gilt, welche Angaben auf der Packung stehen müssen, warum die Fütterungsempfehlung bei Ergänzungsfutter zählt, wie viele Kalorien Kauartikel liefern und was Angaben zu Zähnen und Gelenken rechtlich dürfen.

Mehr zum Thema

Neue Tests & Rückrufe per E-Mail

Höchstens zweimal im Monat: neue Testergebnisse, Produktwarnungen und Fachwissen. Jederzeit abbestellbar.