Getreidefreies Hundefutter: Sinnvoll oder nur Marketing?
Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Ist getreidefreies Hundefutter gesünder – oder nur gutes Marketing? Wir ordnen die Werbeaussage „getreidefrei“ rechtlich ein, fassen den Forschungsstand zu Futtermittelallergien und zur Herzerkrankung DCM zusammen und zeigen, worauf Sie in der Zusammensetzung achten können. Sachlich, mit Quellen von FDA und Fachzeitschriften und mit Checkliste.
Getreidefreies Hundefutter ist nach unserer Einschätzung des aktuellen Forschungsstands für gesunde Hunde weder automatisch besser noch automatisch schlechter als Futter mit Getreide. Getreide war in einer Auswertung veröffentlichter Studien bei Hunden nicht der am häufigsten berichtete Auslöser von Futtermittelallergien. Und einen ursächlichen Zusammenhang zwischen bestimmten getreidefreien Rezepturen und einer Herzerkrankung sieht die US-Behörde FDA bisher nicht als belegt an. Entscheidend ist, ob das Futter als Alleinfuttermittel vollständig zusammengesetzt ist und was in der Rezeptur das Getreide ersetzt.
„Getreidefrei“ sagt, was nicht drin ist. Was stattdessen drin ist, steht woanders: in der Zusammensetzung. Dieser Beitrag ordnet die Werbeaussage „getreidefrei“ rechtlich ein, fasst den Stand der Forschung zu Allergien und zur Herzerkrankung DCM zusammen und zeigt, worauf Sie auf dem Etikett achten können. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Das Wichtigste in Kürze
- Werbeaussage, kein Qualitätsmerkmal: „Getreidefrei“ sagt nur, was fehlt, nicht, was stattdessen im Futter steckt.
- Allergien: In einer tiermedizinischen Übersichtsarbeit wurden Rind, Milchprodukte und Huhn häufiger als Auslöser bei Hunden berichtet als Weizen. Andere Getreidearten spielten eine noch kleinere Rolle.
- Herz (DCM): Die US-Behörde FDA untersucht seit 2018 Meldungen zu bestimmten Rezepturen, oft mit vielen Hülsenfrüchten. Den konkreten Zusammenhang kennt sie nach eigenen Angaben nicht.
- Etikett prüfen: Achten Sie darauf, was das Getreide ersetzt. Hülsenfrüchte können sich hinter der Kategorie „Gemüse“ verbergen.
- Tierärztlich abklären: Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit oder bei Herzproblemen gehört die Futterwahl in tierärztliche Hände.
Was bedeutet „getreidefrei“ auf dem Hundefutter?
„Getreidefrei“ beschreibt eine Lücke, keine Qualität. „Getreidefrei“ ist eine freiwillige Angabe des Herstellers. Für sie gelten die allgemeinen Regeln der Verordnung (EG) Nr. 767/2009: Kennzeichnung und Aufmachung dürfen nicht irreführen (Art. 11 Abs. 1). Lenkt eine Angabe die Aufmerksamkeit auf das Nichtvorhandensein eines Stoffes, muss sie objektiv, durch die zuständigen Behörden nachprüfbar und für Sie verständlich sein (Art. 13 Abs. 1 a).
Was als Getreide gilt, beschreibt die Kategorie „Getreide“, die bei Heimtierfutter in der Zusammensetzung stehen darf: „Alle Getreidearten, ganz gleich in welcher Aufmachung, und die aus der Verarbeitung des Getreidemehlkörpers gewonnenen Erzeugnisse“ (Richtlinie 82/475/EWG, Anhang Nr. 7). Auch Reis und Mais zählen zu den Getreidearten. Ein Futter mit Reis ist deshalb nach unserer Einschätzung nicht „getreidefrei“, auch wenn Reis harmloser klingt als Weizen.
Der Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln, den der Branchenverband FEDIAF erarbeitet hat, unterscheidet zwei Formulierungen:
| Formulierung | Bedeutung laut FEDIAF-Kodex |
|---|---|
| „frei von …“ bzw. „…frei“ | Es gibt „nicht einmal Spuren“ des Stoffes. |
| „ohne Zusatz von …“, „hergestellt ohne …“ | Der Stoff wurde weder direkt noch über Einzelfuttermittel oder Zusatzstoffe zugesetzt. Spuren, etwa aus Produktionslinien, sind nicht auszuschließen. |
Für beide gilt laut Kodex: Solche Angaben sollen nicht verwendet werden, wenn ohnehin alle vergleichbaren Produkte den Stoff nicht enthalten. Und sie sollen nicht den Eindruck erwecken, Produkte mit diesem Stoff seien gefährlich. Der Kodex ist der in der EU-Futtermittelverordnung vorgesehene Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln (Art. 25 und 26 VO 767/2009). Er ist kein Gesetz, seine Anwendung ist freiwillig. Gesetzlich verboten ist aber, einem Futter durch die Kennzeichnung besondere Eigenschaften zuzuschreiben, die alle vergleichbaren Futtermittel ebenfalls haben (Art. 11 Abs. 1 b). Mit „getreidefrei“ zu werben, ist also erlaubt, solange die Angabe stimmt. Ob das Weglassen dem Hund etwas bringt, ist eine andere Frage.
Was ersetzt das Getreide? Ein Blick in die Zusammensetzung
Wo Getreide fehlt, steht etwas anderes im Sack. Getreide liefert im Hundefutter vor allem Stärke. Fehlt es, kommen andere Zutaten zum Einsatz. Laut FDA waren viele der Futter in den Meldungen, über die sie im Juli 2018 informierte, als „grain-free“ gekennzeichnet und enthielten Erbsen, Linsen, andere Hülsenfrüchte und/oder Kartoffeln als Hauptzutaten, also unter den ersten zehn Zutaten. Die Stärke kommt dann oft aus Erbse oder Kartoffel statt aus Weizen oder Reis.
So prüfen Sie das auf dem Etikett:
- Reihenfolge: Die Zutaten stehen nach Gewicht absteigend. Wie Sie die Zusammensetzung insgesamt lesen, erklärt unser Beitrag Futterdeklaration richtig lesen.
- Mehrere Hülsenfrucht-Zutaten: Erbsen, Erbsenprotein, Erbsenfasern oder Linsen können einzeln aufgeführt sein. Zusammen können sie nach unserer Einschätzung einen größeren Anteil ausmachen, als die einzelne Position vermuten lässt. Mehr zu dieser Zutat lesen Sie in unserem Lexikon unter Erbsenprotein.
- Kategorien: Nennt das Etikett Kategorien statt einzelner Zutaten, umfasst die Kategorie „Gemüse“ „alle Arten von Gemüse und Hülsenfrüchten“. Eiweißreiche Erzeugnisse etwa aus Erbsen können auch unter „pflanzliche Eiweißextrakte“ stehen, Nebenprodukte aus der Verarbeitung von Getreide, Gemüse oder Hülsenfrüchten unter „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ (Richtlinie 82/475/EWG, Anhang Nr. 8 bis 10). Welche Zutaten genau enthalten sind, können Sie über die Kontaktangabe auf dem Etikett erfragen (Art. 19 VO 767/2009).
Können Hunde Getreide verdauen?
Stärke ist für Hunde kein Fremdwort. Nach heutigem Kenntnisstand ja. Eine Genomstudie in der Fachzeitschrift Nature fand bei Hunden im Vergleich zu Wölfen genetische Anpassungen, die auf eine verbesserte Verdauung von Stärke hinweisen (Axelsson et al. 2013). Nach unserer Einschätzung spricht das dafür, dass Hunde Stärke grundsätzlich verwerten können. Das heißt nicht, dass Hunde Getreide brauchen. Unser Lexikon fasst die Einschätzung zur Zutat Getreide zusammen.
Getreidefrei bei Allergie oder Unverträglichkeit?
Getreide ist in den Studien nicht der Hauptverdächtige. Getreidefreies Futter wird nach unserer Beobachtung oft mit Allergien in Verbindung gebracht. Die Datenlage dazu ist begrenzt. Eine Übersichtsarbeit von Mueller, Olivry und Prélaud (BMC Veterinary Research, 2016) hat bis Januar 2015 veröffentlichte Studien und Fallberichte zu Hunden und Katzen mit Hautreaktionen auf Futtermittel ausgewertet. Die Tabelle zeigt, bei welchem Anteil der ausgewerteten Tiere mit Futtermittelreaktion ein Futtermittel als Auslöser berichtet wurde. Sie zeigt nicht, wie hoch das Allergierisiko eines Futtermittels ist.
| Hunde mit Futtermittelreaktion (297 Tiere) | Anteil der Tiere, bei denen das Futtermittel als Auslöser berichtet wurde | Katzen mit Futtermittelreaktion (78 Tiere) | Anteil der Tiere, bei denen das Futtermittel als Auslöser berichtet wurde |
|---|---|---|---|
| Rind | 34 % | Rind | 18 % |
| Milchprodukte | 17 % | Fisch | 17 % |
| Huhn | 15 % | Huhn | 5 % |
| Weizen | 13 % | Weizen, Mais, Milchprodukte | je 4 % |
| Soja | 6 % | Lamm | 3 % |
| Lamm | 5 % | ||
| Mais, Ei | je 4 % | ||
| Schwein, Fisch, Reis | je 2 % |
Ein Tier konnte auf mehrere Futtermittel reagieren. Die Autoren betonen, dass sich aus diesen Daten nicht verlässlich ableiten lässt, wie häufig die einzelnen Auslöser tatsächlich sind. Die Ergebnisse könnten zudem die Fütterungsgewohnheiten früherer Jahrzehnte widerspiegeln. Diagnostiziert wird eine Futtermittelallergie laut der Arbeit über eine Ausschlussdiät mit anschließender Provokation, also das gezielte erneute Füttern einzelner Zutaten. Das gehört in tierärztliche Begleitung. Ein Etikett ersetzt diese Diagnose nicht, auch nicht mit dem Wort „getreidefrei“.
Was das für Sie bedeutet: Ein getreidefreies Futter ist nicht automatisch für Hunde mit Allergien geeignet. Enthält es zum Beispiel Rind oder Huhn, bleibt ein möglicher Auslöser im Napf. Futtermittel, die ausdrücklich für Tiere mit Unverträglichkeiten bestimmt sind, gehören zu den Diätfuttermitteln mit eigenen Regeln. Das EU-Verzeichnis nennt dafür bei Hunden und Katzen den Zweck „Minderung von Ausgangserzeugnis- und Nährstoffintoleranzerscheinungen“ (VO (EU) 2020/354, Anhang Teil B, Eintrag 13). Solche Produkte dürfen nur als Diät-Alleinfuttermittel in Verkehr gebracht werden. Den Unterschied erklärt unser Beitrag Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel.
Ein Sonderfall ist die glutensensitive Enteropathie bei Irish Settern, eine erbliche Darmerkrankung, die durch Gluten im Futter ausgelöst wird. In einer über sechs Generationen untersuchten Irish-Setter-Familie wurde sie autosomal-rezessiv vererbt (Garden et al. 2000). Nach unserer Einschätzung handelt es sich um eine seltene, rassespezifische Erkrankung, aus der sich kein allgemeiner Grund für getreidefreies Futter ableiten lässt. Bei Verdauungsbeschwerden klären Sie die Ursache bitte tierärztlich.
Getreidefreies Futter und Herzprobleme: Was ist zur DCM bekannt?
Beim Herzen gilt: Ein Verdacht ist noch kein Befund. Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der sich das Herz vergrößert und schlechter pumpt. Sie ist laut FDA vor allem als erblich veranlagte Erkrankung bestimmter, meist großer Rassen bekannt, etwa Dobermann, Deutsche Dogge oder Irischer Wolfshund.
Was die FDA untersucht hat
- Juli 2018: Die FDA gab bekannt, dass sie Meldungen über DCM bei Hunden untersucht, die bestimmte Futter erhalten hatten. Viele der gemeldeten Hunde gehörten zu Rassen ohne bekannte genetische Veranlagung.
- Juni 2019: Laut FDA waren mehr als 90 % der in den Meldungen genannten Produkte getreidefrei, 93 % enthielten Erbsen und/oder Linsen.
- Bis 1. November 2022: Von Januar 2014 an gingen bei der FDA insgesamt 1.382 Meldungen zu DCM bei Hunden ein, zu getreidefreien wie zu getreidehaltigen Futtern. Die FDA hat nur einen Teil davon überprüft. Die Meldungen sind freiwillig und spiegeln laut FDA vermutlich nicht die tatsächliche Häufigkeit wider.
- Dezember 2022: Die FDA kündigte an, erst wieder öffentlich zu berichten, wenn es aussagekräftige neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Meldezahlen allein reichen laut FDA nicht aus, um einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen.
Wie die FDA den Stand heute beschreibt
Nach Angabe der FDA deuten neuere Erkenntnisse darauf hin, dass die nicht erbliche DCM eine komplexe Erkrankung ist, bei der mehrere Faktoren zusammenwirken können, etwa Genetik, Vorerkrankungen und Ernährung. Die meisten Futter in den Meldungen enthielten Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen weit vorn in der Zutatenliste, und zwar sowohl getreidefreie als auch getreidehaltige Rezepturen. Für Soja sah die FDA kein entsprechendes Signal. Hülsenfrüchte werden laut FDA seit Jahren in Heimtierfutter verwendet, ohne dass es Belege dafür gibt, dass sie an sich gefährlich sind. Die FDA kennt nach eigenen Angaben den konkreten Zusammenhang nicht. Einen Anlass, die Futter vom Markt zu nehmen, sieht sie nicht, weil ihr nach eigenen Angaben keine eindeutigen Informationen vorliegen, dass die Futter an sich unsicher sind.
Was die Fachliteratur sagt
Einen Überblick über den damaligen Kenntnisstand gab 2018 ein Fachartikel im Journal of the American Veterinary Medical Association (Freeman et al. 2018). Seitdem sind weitere Studien erschienen. Eine abschließende Antwort auf die Frage nach der Ursache gibt es nach unserer Einschätzung bisher nicht. Die ehrliche Kurzfassung lautet deshalb: Man weiß es noch nicht.
Was das für Sie bedeutet
Ein pauschales Urteil über getreidefreies Futter lässt sich aus dem Forschungsstand nach unserer Einschätzung nicht ableiten. Die FDA rät, eine Futterumstellung vorher mit der Tierärztin oder dem Tierarzt zu besprechen. Zeigt Ihr Hund mögliche Anzeichen einer DCM oder einer anderen Herzerkrankung, etwa weniger Energie, Husten, Atemnot oder Kollaps, sollten Sie laut FDA so bald wie möglich Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt kontaktieren.
Wann kann getreidefreies Hundefutter sinnvoll sein?
- Nachgewiesene Unverträglichkeit: Hat eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät gezeigt, dass Ihr Hund auf eine bestimmte Getreideart reagiert, kann ein Futter ohne diese Zutat passen. Welches Futter geeignet ist, klären Sie am besten tierärztlich.
- Persönliche Vorliebe: Bevorzugen Sie getreidefreies Futter, ist das nach unserer Einschätzung in Ordnung, solange es ein vollständiges Alleinfuttermittel für die passende Lebensphase ist und Ihr Hund es gut verträgt.
- Kein Ersatz für eine Diagnose: Für die Annahme, der Verzicht auf Getreide verhindere Allergien, haben wir in den ausgewerteten Quellen keinen Beleg gefunden.
Checkliste: getreidefreies Hundefutter prüfen
- ☐ Steht auf dem Etikett „Alleinfuttermittel“ und passt die Lebensphase?
- ☐ Was steht an den ersten Stellen der Zusammensetzung, und was ersetzt das Getreide?
- ☐ Tauchen mehrere Hülsenfrucht-Zutaten auf, etwa Erbsen, Erbsenprotein und Linsen?
- ☐ Nennt das Etikett Kategorien wie „Gemüse“? Dann können Sie die einzelnen Zutaten beim Hersteller erfragen.
- ☐ Heißt es „frei von“ oder „ohne Zusatz von“? Beides bedeutet laut FEDIAF-Kodex nicht dasselbe.
- ☐ Hat Ihr Hund eine Herzerkrankung, gehört er zu einer veranlagten Rasse oder haben Sie Verdacht auf eine Allergie? Dann besprechen Sie die Futterwahl tierärztlich.
In unseren Tests ordnen wir Werbeaussagen, also auch Angaben wie „getreidefrei“, nach dem Futtermittelrecht ein. Wie wir dabei vorgehen, beschreibt unsere Testmethodik.
Häufige Fragen
Ist getreidefreies Hundefutter besser?
Nicht automatisch. Für gesunde Hunde ist nach unserer Einschätzung des Forschungsstands entscheidend, dass das Futter vollständig und ausgewogen zusammengesetzt ist, nicht, ob es Getreide enthält.
Ist getreidefreies Futter gut für Allergiker?
Nicht zwangsläufig. In der ausgewerteten Übersichtsarbeit wurden bei Hunden Rind, Milchprodukte und Huhn häufiger als Auslöser berichtet als Weizen. Eine Allergie stellt die Tierärztin oder der Tierarzt über eine Ausschlussdiät fest.
Verursacht getreidefreies Futter Herzprobleme?
Einen ursächlichen Zusammenhang sieht die US-Behörde FDA bisher nicht als belegt an. Die FDA untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Futtern, häufig mit vielen Hülsenfrüchten, und DCM. Den konkreten Zusammenhang kennt sie nach eigenen Angaben nicht.
Ist Reis Getreide?
Ja. Im EU-Katalog der Einzelfuttermittel stehen Mais und Reis im Kapitel „Getreidekörner und daraus gewonnene Erzeugnisse“ (VO (EU) Nr. 68/2013, Anhang Teil C Nr. 1). Ein Futter mit Reis oder Mais ist nach unserer Einschätzung deshalb nicht getreidefrei.
Ist getreidefreies Katzenfutter sinnvoll?
Für Katzen gelten nach unserer Einschätzung ähnliche Grundsätze. In der genannten Übersichtsarbeit wurden bei Katzen vor allem Rind und Fisch als Auslöser berichtet, Weizen und Mais deutlich seltener.
Fazit
Getreidefreies Hundefutter ist nach unserer Einschätzung eine Möglichkeit, aber kein Qualitätsbeweis. Ob ein Futter gut zu Ihrem Hund passt, hängt von der vollständigen Zusammensetzung ab und davon, wie Ihr Hund es verträgt. Der Forschungsstand zu Allergien und zur DCM spricht nach unserer Einschätzung gegen pauschale Urteile in beide Richtungen. Auf der Packung steht groß, was fehlt. Ob das Futter passt, entscheidet, was drin ist. Bei Erkrankungen, Verdacht auf Unverträglichkeiten oder vor einer Umstellung bei herzkranken Hunden stimmen Sie die Fütterung bitte mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt ab.
Quellen
- U.S. Food and Drug Administration (FDA): Questions & Answers: FDA’s Work on Potential Causes of Non-Hereditary DCM in Dogs: fda.gov
- FDA: Investigation into Potential Link between Certain Diets and Canine Dilated Cardiomyopathy (Updates 2018–2022): fda.gov
- Mueller RS, Olivry T, Prélaud P (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research 12:9. doi.org/10.1186/s12917-016-0633-8
- Freeman LM, Stern JA, Fries R, Adin DB, Rush JE (2018): Diet-associated dilated cardiomyopathy in dogs: what do we know? JAVMA 253(11):1390–1394. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Axelsson E et al. (2013): The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet. Nature 495:360–364. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Garden OA et al. (2000): Inheritance of gluten-sensitive enteropathy in Irish Setters. American Journal of Veterinary Research 61(4):462–468. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009, konsolidierte Fassung vom 26.12.2018 (neueste Fassung, einschließlich Berichtigung ABl. L 296 vom 15.11.2019, S. 64) (Art. 11, 13, 17, 19, 25, 26): eur-lex.europa.eu
- Richtlinie 82/475/EWG der Kommission über die Kategorien von Futtermittel-Ausgangserzeugnissen für Heimtierfutter (Anhang Nr. 7 bis 10): eur-lex.europa.eu
- Verordnung (EU) Nr. 68/2013 zum Katalog der Einzelfuttermittel, konsolidierte Fassung vom 24.07.2022 (Anhang Teil C Nr. 1): eur-lex.europa.eu
- Verordnung (EU) 2020/354 (Verzeichnis der Verwendungszwecke von Diätfuttermitteln), konsolidierte Fassung vom 22.04.2025 (Anhang Teil B, Eintrag 13): eur-lex.europa.eu
- FEDIAF Code of Good Labelling Practice for Pet Food, Fassung Oktober 2019 (Abschnitt 5.2.2): europeanpetfood.org
- FEDIAF-Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln, deutsche Fassung Oktober 2018 (Abschnitt 5.2.2, Kategorienliste): ivh-online.de
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt den Stand der Forschung nach unserer Auswertung wieder. Er ist eine redaktionelle Information, keine Rechtsberatung und ersetzt keine tierärztliche Beratung.
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