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Monoprotein-Futter: Was die Angabe bedeutet und worauf Sie achten sollten

Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Zwei Hundepfoten neben einem hellblauen Napf mit Trockenfutter auf einem Holzboden, von oben fotografiert

Monoprotein-Futter soll tierisches Eiweiß aus nur einer Tierart enthalten. Gesetzlich definiert ist der Begriff aber nicht. Wir zeigen, wie Sie die Zusammensetzung auf der Packung prüfen, welche Zutaten weitere Proteinquellen sein können, was Studien zu Futtermittelallergien bei Hund und Katze zeigen und wie sich Monoprotein-Futter von Diätfuttermitteln unterscheidet.

Monoprotein-Futter bedeutet in der Regel: Das tierische Eiweiß stammt laut Hersteller aus nur einer Tierart, zum Beispiel nur Lamm, nur Pferd oder nur Ente. Ein gesetzlich definierter Begriff ist „Monoprotein“ aber nicht. Was tatsächlich im Napf landet, zeigt erst die Zusammensetzung auf der Packung. Dort können neben dem Fleisch weitere tierische Zutaten stehen, etwa Brühe, Fett, Fischöl oder Ei.

Monoprotein-Hundefutter und Monoprotein-Katzenfutter werden häufig für „sensible“ Tiere angeboten. Wir erklären, was die Angabe auf dem Etikett leisten kann, wo ihre Grenzen liegen und wie Sie die Zutatenliste in wenigen Schritten selbst prüfen. Wenn Sie eine Futtermittelallergie vermuten, ersetzt dieser Beitrag nicht den Weg in die Tierarztpraxis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Rechtsbegriff: In der EU-Futtermittelverordnung und im Kennzeichnungskodex der Branche haben wir keine Definition von „Monoprotein“ gefunden. Maßgeblich ist, was in der Zusammensetzung steht.
  • Nicht irreführen: Jede Angabe auf der Packung darf nicht irreführen und muss auf Nachfrage der Behörde belegbar sein.
  • Zutatenliste lesen: Achten Sie auf Brühen, Fette, Öle, Ei, Milchprodukte, Hydrolysate und Sammelbegriffe ohne Tierart.
  • Kein Allergie-Versprechen: Ob ein Tier ein Futter verträgt, zeigt eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät mit anschließender Provokation, nicht das Etikett.
  • Diätfutter ist etwas anderes: Für Diätfuttermittel zur Minderung von Futtermittelunverträglichkeiten gelten eigene EU-Vorgaben.

Was bedeutet Monoprotein bei Hunde- und Katzenfutter?

„Monoprotein“ oder „Single Protein“ ist eine Werbeangabe. Gemeint ist meist, dass alle tierischen Zutaten von einer einzigen Tierart stammen. Ein „Monoprotein Lamm“ soll also kein Huhn, kein Rind und keinen Fisch enthalten. Pflanzliche Eiweißquellen wie Erbsen oder Kartoffeln schließt die Angabe in der Regel nicht aus, denn sie bezieht sich auf die tierische Proteinquelle.

Wie streng ein Hersteller den Begriff auslegt, ist nicht einheitlich. Manche zählen nur Fleisch und Innereien, andere achten auch darauf, dass Fett, Öl und Brühe von derselben Tierart stammen. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Rückseite.

Ist „Monoprotein“ rechtlich geschützt?

Nein, eine eigene Definition gibt es nicht. Es gelten aber die allgemeinen Regeln der Verordnung (EG) Nr. 767/2009. Kennzeichnung und Aufmachung eines Futtermittels dürfen den Käufer nicht irreführen (Art. 11 Abs. 1). Hebt eine Angabe das Vorhandensein oder Fehlen eines Stoffes besonders hervor, muss sie objektiv, von den Behörden nachprüfbar und verständlich sein, und der Hersteller muss sie auf Anfrage wissenschaftlich begründen können (Art. 13 Abs. 1).

Etwas konkreter wird der Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln, den der Branchenverband FEDIAF erarbeitet hat. Er ist freiwillig. Die EU-Futtermittelverordnung sieht solche Kennzeichnungskodizes der Wirtschaft ausdrücklich vor (Art. 25 und 26 VO (EG) Nr. 767/2009), und laut FEDIAF haben die EU-Kommission und alle Mitgliedstaaten die überarbeitete Fassung im September 2018 gebilligt. Nach diesem Kodex darf ein Futter „nur X“ oder „ausschließlich X“ heißen, wenn es außer X nur zulässige Zusatzstoffe, Mineralstoffe, nötige Mikrokomponenten und Wasser für die Verarbeitung enthält. „Monoprotein“ ist damit nicht gleichzusetzen. Was sonst noch auf der Packung steht und wie Sie es lesen, erklärt unser Beitrag Futterdeklaration richtig lesen.

Monoprotein prüfen: Diese Zutaten sollten Sie ansehen

Auf dem Etikett stehen alle Einzelfuttermittel unter „Zusammensetzung“, absteigend nach Gewicht (Art. 17 Abs. 1 e VO 767/2009). Bei Heimtierfutter darf der Hersteller statt der einzelnen Zutat auch eine Kategorie nennen, etwa „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ (Art. 17 Abs. 2 c). Steht dort keine Tierart, können Sie aus dem Etikett allein nicht ablesen, von welchem Tier die Zutat stammt. Wird eine Zutat auf der Packung in Worten, Bildern oder Grafiken hervorgehoben, etwa „Lamm“, muss ihr Anteil in Gewichtsprozent angegeben werden (Art. 17 Abs. 2 a VO 767/2009). Diese Stellen sind beim Prüfen besonders aufschlussreich:

Angabe in der ZusammensetzungWorauf Sie achten sollten
„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“Sammelbegriff; ist eine Tierart genannt, etwa „davon 60 % Lamm“?
Brühe, Fleischbrühe, LeberhydrolysatVon welcher Tierart stammen sie?
Tierisches Fett, GeflügelfettPasst die Tierart zur beworbenen Proteinquelle?
Fischöl, LachsölFisch ist eine weitere Tierart, auch wenn die Menge klein ist.
Ei, Eipulver, Milch, Molke, KäseWeitere tierische Zutaten neben dem Fleisch
„Fisch und Fischnebenerzeugnisse“, „Milch und Molkereierzeugnisse“Kategorien, die weitere tierische Herkunft anzeigen

Was die Kategorie „tierische Nebenerzeugnisse“ umfasst, erklärt unser Lexikon-Eintrag Tierische Nebenerzeugnisse. Ist Ihnen eine Angabe unklar, fragen Sie den Hersteller. Auf jeder Packung muss eine kostenfreie Telefonnummer oder ein anderes Kommunikationsmittel stehen (Art. 19 VO 767/2009).

Monoprotein und Futtermittelallergie: Was das Etikett nicht leisten kann

Viele Halterinnen und Halter greifen zu Monoprotein-Futter, weil sie eine Futtermittelallergie bei ihrem Hund oder ihrer Katze vermuten. Hier ist Vorsicht angebracht, denn die Diagnose stellt die Tierarztpraxis, nicht das Futter.

Wie eine Futtermittelallergie festgestellt wird

Als Standard gilt eine Ausschlussdiät mit anschließender Provokation. Das Tier bekommt über Wochen ausschließlich ein Futter mit Zutaten, die es bisher nicht gefressen hat, oder ein Futter mit hydrolysiertem Eiweiß. Bessern sich die Beschwerden, wird das frühere Futter wieder gegeben. Kehren die Beschwerden zurück, spricht das für eine Reaktion auf das Futter. Eine Auswertung der Fachliteratur durch Olivry, Mueller und Prélaud (2015) kam zu dem Ergebnis, dass eine solche Diät mindestens acht Wochen dauern sollte, um bei mehr als 90 % der Hunde und Katzen mit futtermittelbedingten Hautreaktionen die Diagnose stellen zu können.

Welche Futtermittel am häufigsten genannt werden

Eine weitere Literaturauswertung derselben Arbeitsgruppe (Mueller, Olivry und Prélaud, 2016) hat zusammengetragen, welche Futtermittel bei Provokationstests am häufigsten Reaktionen auslösten. Die Autoren betonen, dass sich aus den Daten keine echte Häufigkeit ableiten lässt, weil die Tiere meist nur mit wenigen Futtermitteln getestet wurden. Die tatsächlichen Anteile dürften deshalb eher höher liegen. Außerdem könnten die Zahlen vor allem widerspiegeln, was Hunde und Katzen in den Jahrzehnten zuvor häufig gefressen haben.

TierartHäufigste genannte Auslöser in der Auswertung
Hund (297 Tiere)Rind 34 %, Milchprodukte 17 %, Huhn 15 %, Weizen 13 %, Lamm 5 %
Katze (78 Tiere)Rind 18 %, Fisch 17 %, Huhn 5 %

Warum das Etikett für eine Ausschlussdiät nicht reicht

Olivry und Mueller (2018) haben Studien ausgewertet, die Heimtierfutter im Labor auf nicht deklarierte Zutaten untersucht haben. Je nach Studie fanden sich Zutaten, die nicht auf dem Etikett standen, in 0 bis 83 % der untersuchten Futter (Median 45 %). Bei Futtern mit „neuen“ oder „begrenzten“ Zutaten, die für Ausschlussdiäten vorgeschlagen wurden, lag der Anteil zwischen 33 und 83 %. Ob solche nicht deklarierten Bestandteile bei einem allergischen Tier tatsächlich Beschwerden auslösen, konnten die Autoren nicht beurteilen, weil die betroffenen Futter nicht an entsprechend allergische Tiere verfüttert wurden. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Studien und Produkte, nicht auf einzelne Marken im Handel.

Alle drei hier zitierten Literaturauswertungen wurden nach Angaben der Autoren von einem Futtermittelhersteller unterstützt, der die Publikationskosten getragen hat; die Autoren nennen außerdem Vortrags- und Beratungshonorare sowie Forschungsmittel dieses Herstellers.

Für Sie heißt das: Ein Monoprotein-Futter kann im Alltag die Auswahl erleichtern. Für eine Ausschlussdiät sollten Sie gemeinsam mit Ihrer Tierarztpraxis entscheiden, welches Futter geeignet ist. Ein Versprechen, dass Ihr Tier ein bestimmtes Futter verträgt, geben wir nicht.

Monoprotein-Futter und Diätfuttermittel: der Unterschied

Für Futter, das ausdrücklich zur „Minderung von Ausgangserzeugnis- und Nährstoffintoleranzerscheinungen“ angeboten wird, gelten die Vorgaben der Verordnung (EU) 2020/354 über Diätfuttermittel. Ein solches Futter muss als Alleinfuttermittel in den Handel kommen. Als wesentliche Merkmale nennt die Verordnung ausgewählte und zahlenmäßig begrenzte Proteinquellen, hydrolysierte Proteinquellen oder ausgewählte Kohlenhydratquellen, auch in Kombination. Die Verordnung empfiehlt, die Zahl der Hauptproteinquellen auf drei zu begrenzen. Als Fütterungsdauer nennt sie drei bis acht Wochen. Diese Dauer betrifft die Fütterung des Diätfuttermittels, nicht die Diagnose. Für eine Ausschlussdiät zur Diagnose nennt die oben zitierte Literaturauswertung mindestens acht Wochen; die genaue Dauer legt Ihre Tierarztpraxis fest. Verschwinden die Anzeichen der Unverträglichkeit, kann das Futter zunächst bis zu einem Jahr verwendet werden. Auf dem Etikett muss stehen, dass vor der Verwendung und vor einer Verlängerung der Fütterungsdauer der Rat eines Tierarztes eingeholt werden sollte.

Ein Futter mit der Aufschrift „Monoprotein“ ist nicht automatisch ein solches Diätfuttermittel. Ob ein Produkt als Diätfuttermittel gekennzeichnet ist, erkennen Sie an der Angabe des besonderen Ernährungszwecks auf dem Etikett.

Für wen kann Monoprotein-Futter interessant sein?

Nach unserer Einschätzung ist die Angabe vor allem dann nützlich, wenn Sie genau wissen möchten, welche tierischen Zutaten Ihr Tier bekommt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Ihre Tierarztpraxis nach einer Diagnose bestimmte Tierarten ausgeschlossen hat und Sie ein passendes Alltagsfutter suchen. Für Hunde und Katzen ohne Beschwerden gibt es nach unserer Einschätzung keinen Grund, gezielt Monoprotein zu kaufen. Ein vollständiges, gut gekennzeichnetes Alleinfuttermittel ist die wichtigere Voraussetzung.

Wichtig ist auch die Futtermittelart. Soll das Monoprotein-Futter die Hauptmahlzeit sein, muss es ein Alleinfuttermittel sein. Ergänzungsfuttermittel wie Snacks oder reine Fleischdosen reichen nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration aus (Art. 3 Abs. 2 VO 767/2009). Wie wir Alleinfutter für Hunde prüfen, sehen Sie in unseren Tests unter Alleinfuttermittel für Hunde.

Oft wird Monoprotein zusammen mit „getreidefrei“ beworben. Das sind zwei verschiedene Angaben: Die eine betrifft die tierische Proteinquelle, die andere die Kohlenhydratquelle. Was hinter „getreidefrei“ steckt, lesen Sie in unserem Beitrag Getreidefreies Hundefutter: sinnvoll oder nicht?

Checkliste: Monoprotein-Futter auswählen

  • ☐ Futtermittelart prüfen: Alleinfuttermittel für die Hauptmahlzeit
  • ☐ Beworbene Tierart in der Zusammensetzung mit Anteil gefunden
  • ☐ Brühen, Hydrolysate, Fette und Öle auf ihre Tierart geprüft
  • ☐ Ei, Milchprodukte und Fisch als weitere tierische Zutaten beachtet
  • ☐ Sammelbegriffe ohne Tierart beim Hersteller nachgefragt
  • ☐ Bei Verdacht auf Futtermittelallergie zuerst die Tierarztpraxis gefragt
  • ☐ Futterwechsel schrittweise geplant und Leckerlis mitgedacht

Häufige Fragen

Ist Monoprotein-Futter besser als anderes Futter?

Nicht grundsätzlich. Die Angabe sagt etwas über die Zahl der tierischen Proteinquellen, nicht über die Nährstoffversorgung. Entscheidend ist, dass das Futter als Alleinfuttermittel den Bedarf Ihres Tieres deckt.

Ist Monoprotein-Futter hypoallergen?

Das lässt sich aus der Angabe nicht ableiten. Auch eine einzelne Proteinquelle kann eine Reaktion auslösen, wenn ein Tier gegen genau diese Quelle empfindlich ist. Ob ein Futter für Ihr Tier geeignet ist, klären Sie am besten mit Ihrer Tierarztpraxis.

Darf in Monoprotein-Futter Lachsöl enthalten sein?

Verboten ist das nicht, denn eine rechtliche Definition von „Monoprotein“ gibt es nicht. Lachsöl stammt aber von einer weiteren Tierart. Wenn Ihnen das wichtig ist, prüfen Sie die Zusammensetzung oder fragen Sie den Hersteller.

Wie lange dauert eine Ausschlussdiät?

Laut der Literaturauswertung von Olivry, Mueller und Prélaud (2015) sollte sie mindestens acht Wochen dauern, um bei mehr als 90 % der Hunde und Katzen mit futtermittelbedingten Hautreaktionen die Diagnose stellen zu können. Die genaue Dauer legt Ihre Tierarztpraxis fest.

Gibt es Monoprotein auch als Trocken- und Nassfutter für Katzen?

Ja, die Angabe findet sich bei Trocken- und Nassfutter für Hunde und Katzen. Für die Prüfung gilt dasselbe: Zusammensetzung lesen, Tierart jeder tierischen Zutat prüfen und auf die Futtermittelart achten.

Fazit

Monoprotein-Futter verspricht eine einzige tierische Proteinquelle, doch der Begriff ist nicht gesetzlich definiert. Ob die Angabe hält, was sie verspricht, zeigt die Zusammensetzung: Achten Sie auf Brühen, Fette, Öle, Ei, Milchprodukte und Sammelbegriffe ohne Tierart. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie führt der Weg über eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät, nicht über das Etikett allein.

Titelbild: mattycoulton / Pixabay

Quellen

  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Art. 3, 11, 13, 17 und 19: data.europa.eu
  • Verordnung (EU) 2020/354 zur Erstellung eines Verzeichnisses der vorgesehenen Verwendungen von Futtermitteln für besondere Ernährungszwecke, Anhang, Teil B (Ernährungszweck „Minderung von Ausgangserzeugnis- und Nährstoffintoleranzerscheinungen“): data.europa.eu
  • FEDIAF Code of Good Labelling Practice for Pet Food, Fassung Oktober 2019: europeanpetfood.org
  • Olivry T, Mueller RS, Prélaud P (2015): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Veterinary Research 11:225: doi.org
  • Mueller RS, Olivry T, Prélaud P (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research 12:9: doi.org
  • Olivry T, Mueller RS (2018): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (5): discrepancies between ingredients and labeling in commercial pet foods. BMC Veterinary Research 14:24: doi.org

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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