Wie viele Leckerlis am Tag? So passen Snacks in die Ration
Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Wie viele Leckerlis am Tag sind in Ordnung? Entscheidend ist nicht die Stückzahl, sondern der Kaloriengehalt: Die WSAVA empfiehlt für Hunde und Katzen weniger als 10 % der täglichen Kalorien aus Leckerlis. Wir zeigen, was alles dazuzählt, wie Sie Ihr Budget berechnen, wie schnell typische Snacks es füllen und welche Leckerlis ungeeignet sind.
Wie viele Leckerlis am Tag sind für Hund und Katze in Ordnung? Eine feste Stückzahl gibt es nicht, entscheidend sind die Kalorien: Der Weltverband der Kleintierärzte WSAVA empfiehlt, dass Leckerlis immer weniger als 10 % der täglichen Kalorienaufnahme ausmachen. Wie viele Stücke das sind, hängt vom Energiebedarf Ihres Tieres und vom Kaloriengehalt des Snacks ab. Bei Katzen sind es laut WSAVA-Tabelle je nach Gewicht nur etwa 18 bis 28 Kilokalorien am Tag.
Ein Stück Käse für die Tablette, ein Kauknochen am Abend, ein Rest vom Teller: Jedes für sich ist klein, zusammen summieren sie sich. Leckerlis sind wichtig für Training, Beschäftigung und Bindung. Damit sie das Futter nicht aus dem Gleichgewicht bringen, sollten Sie sie bewusst einplanen. Wir zeigen, was alles als Leckerli zählt, wie Sie Ihr Tagesbudget berechnen und welche Snacks die WSAVA für ungeeignet hält.
Das Wichtigste in Kürze
- Unter 10 %: Alle Leckerlis zusammen sollten laut WSAVA-Empfehlung weniger als 10 % der täglichen Kalorien liefern, bei Hunden wie bei Katzen.
- Alles zählt: Laut WSAVA zählt alles, was ein Tier zusätzlich zu seinem vollständigen Futter bekommt: Snacks, Kauartikel, Nahrungsergänzungen und Futter, mit dem Sie Tabletten verabreichen, gekauft oder aus Lebensmitteln für Menschen zubereitet, also auch Reste vom Tisch.
- Katzen: Laut WSAVA-Tabelle liegt das Leckerli-Budget je nach Gewicht bei etwa 18 bis 28 kcal pro Tag.
- Kalorien erfragen: Steht der Energiegehalt nicht auf der Packung, rät die WSAVA, beim Hersteller nachzufragen.
- Kein Ersatz: Leckerlis ersetzen laut WSAVA nie eine Mahlzeit; jedes Tier braucht ein vollständiges Futter.
Was zählt alles als Leckerli?
Die WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) fasst den Begriff weit: Leckerlis sind alle Lebensmittel, die ein Tier zusätzlich zu einem vollständigen und ausgewogenen Futter bekommt. Dazu gehören Snacks, Kauartikel, Nahrungsergänzungen und Lebensmittel, mit denen Medikamente verabreicht werden, egal ob gekauft oder selbst aus Lebensmitteln für Menschen zubereitet.
Viele Halterinnen und Halter denken beim Leckerli-Budget nur an die Belohnung beim Training. Das Stück Käse für die Tablette, der Kauknochen am Abend oder die Reste vom Teller zählen aber genauso. Auf der Packung heißt es „Snack“, in der Tagesbilanz zählt es als Kalorie. Die Ernährungsleitlinien der europäischen Heimtiernahrungs-Industrie FEDIAF ordnen Leckerlis und Snacks den Ergänzungsfuttermitteln zu, also Futter, das nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration ausreicht. Den Unterschied erklärt unser Beitrag Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel.
Wie viele Leckerlis darf ein Hund am Tag bekommen?
Für Hunde gilt dieselbe Empfehlung: weniger als 10 % der täglichen Kalorien. Das Budget berechnen Sie in zwei Schritten:
- Tagesbedarf ermitteln: Wie viele Kilokalorien Ihr Hund pro Tag braucht, hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Körperzustand ab. Eine Anleitung finden Sie in unserem Beitrag Futtermenge für Hunde berechnen; den genauen Bedarf kann Ihre Tierarztpraxis einschätzen.
- Zehn Prozent davon: Braucht Ihr Hund zum Beispiel 1.000 kcal am Tag, liegt das Leckerli-Budget unter 100 kcal. Das ist ein Rechenbeispiel, kein Richtwert für Ihren Hund.
Wie schnell das Budget erreicht ist, zeigt die Übersicht der WSAVA zu typischen Snacks für Hunde:
| Snack laut WSAVA | Menge | Kalorien |
|---|---|---|
| Schinken | 28 g | 46 kcal |
| Hähnchenbrust, gegart, ohne Haut | 28 g | 47 kcal |
| Erdnussbutter | 1 Esslöffel | 81 kcal |
| Cheddar | 28 g | 120 kcal |
| Pansenstick | 28 g | 217 kcal |
| Getrocknetes Schweineohr | 56 g | 242 kcal |
| Kauknochen aus Rinderhaut | 190 g | 700 kcal |
Was das konkret heißt, zeigt die letzte Zeile: Für den Beispielhund mit 1.000 kcal Tagesbedarf liefert ein Kauknochen aus Rinderhaut (190 g, 700 kcal) rechnerisch 70 % des gesamten Tagesbedarfs, also das Siebenfache seines Leckerli-Budgets (eigene Berechnung). Ein Leckerli ist das dann nicht mehr. Die WSAVA weist darauf hin, dass für manche Hunde schon eines dieser Lebensmittel in der genannten Menge das empfohlene Tagesbudget für Leckerlis überschreiten kann. Prüfen Sie bei Erdnussbutter außerdem die Zutatenliste: Xylit steht auf der WSAVA-Liste giftiger Zutaten.
Wie viele Leckerlis darf eine Katze am Tag bekommen?
Katzen haben einen deutlich kleineren Energiebedarf, entsprechend klein ist das Budget. Die WSAVA nennt für gesunde erwachsene Katzen im Idealgewicht folgende Höchstwerte für Kalorien aus Leckerlis:
| Gewicht der Katze | Leckerli-Budget pro Tag |
|---|---|
| 2,5 kg | 18 kcal |
| 3 kg | 20 kcal |
| 4 kg | 22 kcal |
| 5 kg | 25 kcal |
| 6 kg | 26 kcal |
| 7 kg | 28 kcal |
Zum Vergleich nennt die WSAVA zum Beispiel 25 kcal für 28 g Hüttenkäse, 36 kcal für 28 g Thunfisch in Wasser und 47 kcal für 28 g gegarte Hähnchenbrust. Schon 28 g gegarte Hähnchenbrust liefern also mehr Kalorien, als das Tagesbudget jeder Katze in der Tabelle hergibt. Für eine Katze ist das Leckerli-Budget eher ein Bissen als eine Portion. Milch und Milchprodukte rät die WSAVA bei Katzen ganz zu meiden, weil viele Katzen laktoseintolerant sind. Den Gesamtbedarf Ihrer Katze können Sie mit unserem Beitrag Futtermenge für Katzen berechnen abschätzen.
Leckerlis in die Futtermenge einrechnen: so geht's
Die Tabellen der WSAVA beziehen sich auf durchschnittliche gesunde Tiere im Idealgewicht. Für Ihr Tier kann der Bedarf höher oder niedriger sein. Diese Wege helfen nach unserer Einschätzung im Alltag:
- Tagesration abzweigen: Nehmen Sie einen Teil des Trocken-Alleinfutters aus der Tagesration und nutzen Sie ihn als Belohnung. So bleibt die Ration ausgewogen.
- Kleine Stücke: Brechen oder schneiden Sie Leckerlis klein. Für die Belohnung zählt nach unserer Einschätzung meist das Ereignis mehr als die Größe.
- Tagesdose: Füllen Sie morgens die Leckerlis des Tages in eine Dose. So sehen alle im Haushalt, wie viel schon gegeben wurde.
- Kalorien notieren: Steht der Energiegehalt nicht auf der Packung, fragen Sie den Hersteller, wie es die WSAVA empfiehlt.
- Gewicht im Blick: Wiegen Sie Ihr Tier regelmäßig. Nimmt es zu, passen Sie Leckerlis und Ration gemeinsam mit Ihrer Tierarztpraxis an.
Kurz: Erst kommt das Futter, dann die Belohnung, und beide stehen auf derselben Rechnung. Die WSAVA erinnert außerdem daran, dass zu viele Leckerlis die Hauptration aus dem Gleichgewicht bringen und zu ungewollter Gewichtszunahme beitragen können. Gekaufte Snacks finden Sie bei uns unter Ergänzungsfuttermittel für Hunde.
Welche Leckerlis sind ungeeignet?
Die WSAVA nennt mehrere Gruppen, die Sie meiden sollten:
- Knochen: Gekochte und rohe Knochen können laut WSAVA sehr gefährlich sein und erhebliche Schäden verursachen.
- Sehr harte Kauartikel: Geweihe, Hufe und Kauartikel mit scharfen Kanten sollten Hunde laut WSAVA nicht bekommen.
- Rohe tierische Snacks: Unverarbeitete, rohe Leckerlis auf tierischer Basis bergen laut WSAVA ein Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern.
- Giftige Lebensmittel: Als giftige Zutaten listet die WSAVA für Hunde und Katzen Schokolade; Zwiebeln, Lauch, Schalotten, Knoblauch und Schnittlauch; Trauben, Rosinen, Korinthen und Sultaninen; den Süßstoff Xylit; Alkohol und rohen Hefeteig sowie koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Energydrinks. Bei Hunden nennt sie zusätzlich Macadamianüsse. Bei Katzen stehen auf derselben Liste Milch und Milchprodukte, die WSAVA begründet das aber mit Laktoseintoleranz und nicht mit einer Giftwirkung.
Hat Ihr Tier eine Erkrankung, eine Futtermittelunverträglichkeit oder bekommt es ein tierärztlich verordnetes Diätfutter, sind übliche Leckerlis laut WSAVA womöglich nicht geeignet. Fragen Sie in diesem Fall Ihre Tierarztpraxis. Auch für Katzen gibt es spezielle Snacks; einen Überblick finden Sie unter Ergänzungsfuttermittel für Katzen.
Checkliste: Leckerlis richtig dosieren
- ☐ Tagesbedarf an Kalorien kennen oder mit der Tierarztpraxis klären
- ☐ Leckerli-Budget berechnen: weniger als 10 % davon
- ☐ Alle Extras mitzählen: Kauartikel, Tischreste, Tablettenverstecke, Ergänzungen
- ☐ Kaloriengehalt der Snacks kennen, sonst beim Hersteller erfragen
- ☐ Kleine Stücke in passender Größe und Form geben
- ☐ Kauartikel nur unter Aufsicht
- ☐ Keine Knochen, sehr harten Kauartikel oder giftigen Lebensmittel
- ☐ Gewicht regelmäßig kontrollieren
Häufige Fragen
Wie viele Leckerlis darf ein Welpe am Tag bekommen?
Spezielle Zahlen für Welpen haben wir in den ausgewerteten Fachquellen nicht gefunden. Nach unserer Einschätzung gilt auch hier der Grundsatz, Leckerlis klein zu halten und auf die Tagesration anzurechnen, damit der wachsende Hund vor allem sein vollständiges Welpenfutter frisst. Fragen Sie Ihre Tierarztpraxis nach einer passenden Menge.
Sind Leckerlis für Hunde gesund?
Leckerlis haben laut WSAVA durchaus Vorteile: Sie dienen als Trainingshilfe, sorgen für Beschäftigung und können die Bindung stärken. Einen Gesundheitsnutzen versprechen wir nicht. Entscheidend sind die Menge und die Auswahl.
Gilt die 10-%-Empfehlung für jede Sorte einzeln?
Nein. Die Empfehlung bezieht sich auf alle Leckerlis zusammen, also auf die Summe aller Extras eines Tages.
Was kann ich statt Leckerlis geben?
Die WSAVA empfiehlt, auch andere Wege zu nutzen, um schöne gemeinsame Zeit mit Ihrem Tier zu verbringen. Nach unserer Einschätzung eignen sich dafür etwa Spielen, Lob oder gemeinsame Beschäftigung.
Fazit
Wie viele Leckerlis am Tag passen, bestimmen die Kalorien, nicht die Stückzahl. Die WSAVA empfiehlt für Hunde und Katzen weniger als 10 % der täglichen Kalorien aus Leckerlis, und dazu zählen auch Kauartikel, Tischreste und Tablettenverstecke. Bei Katzen sind das je nach Gewicht nur etwa 18 bis 28 kcal. Ein Leckerli ist eine Belohnung, keine Zwischenmahlzeit. Rechnen Sie Leckerlis in die Tagesration ein, wählen Sie kleine Stücke und fragen Sie bei Übergewicht, Erkrankungen oder Diätfutter Ihre Tierarztpraxis.
Titelbild: erwinbosman / Pixabay
Quellen
- World Small Animal Veterinary Association (WSAVA): Feeding treats to your dog (11/2025): wsava.org
- World Small Animal Veterinary Association (WSAVA): Feeding treats to your cat (11/2025): wsava.org
- FEDIAF: Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs (September 2025), Kapitel „Complementary pet food“: europeanpetfood.org
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Art. 3 (Begriffsbestimmungen): data.europa.eu
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung.
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