Ab wann kein Welpenfutter mehr? So gelingt der Wechsel zum Adult-Futter
Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Ab wann braucht Ihr Hund kein Welpenfutter mehr? Das hängt vor allem von der erwarteten Größe ab: Kleine Rassen sind früher ausgewachsen als große. Wir zeigen Richtwerte nach Größe aus Studien und den FEDIAF-Wachstumskurven, erklären die Unterschiede zwischen Welpen- und Adult-Futter, die Besonderheiten großer Rassen und wie Sie die Umstellung angehen.
Ab wann kein Welpenfutter mehr? Das hängt vor allem von der erwarteten Endgröße Ihres Hundes ab. Eine Studie mit zwölf Rassen (Hawthorne und Kollegen, 2004) zeigt: Kleine und mittelgroße Rassen erreichen 99 % ihres Erwachsenengewichts mit etwa 9 bis 10 Monaten, große und Riesenrassen erst mit etwa 11 bis 15 Monaten. Ungefähr ab diesem Zeitpunkt kommt der Wechsel auf ein Futter für erwachsene Hunde in Frage. Bei großen Rassen sollten Sie den Zeitpunkt mit Ihrer Tierarztpraxis abstimmen.
Dieser Ratgeber erklärt, worin sich Welpenfutter rechtlich und ernährungsphysiologisch von Adult-Futter unterscheidet, warum große Rassen besondere Aufmerksamkeit brauchen und wie die Umstellung gelingt. Welche Angaben auf dem Futteretikett stehen müssen, lesen Sie in unserem Beitrag Futterdeklaration richtig lesen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zeitpunkt nach Größe: Kleine und mittlere Rassen sind laut Studie mit etwa 9 bis 10 Monaten nahezu ausgewachsen, große und Riesenrassen mit etwa 11 bis 15 Monaten.
- Welpenfutter ist anders zusammengesetzt: Die FEDIAF-Richtlinien empfehlen für das Wachstum höhere Mindestgehalte, etwa bei Calcium, und für große Rassen zugleich eine Obergrenze.
- Große Rassen: Laut FEDIAF kann Überfütterung zu beschleunigtem Wachstum und Skelettproblemen führen. Welpen sollen deshalb nie zur freien Verfügung gefüttert werden.
- Futter „für alle Lebensphasen“: Ein Alleinfutter ohne Angabe eines Lebensstadiums gilt laut FEDIAF als geeignet für alle Lebensstadien, also auch für das Wachstum. Für Welpen großer Rassen sollte ein Futter aber ausdrücklich auch für deren Wachstum ausgelobt sein.
- Umstellung: schrittweise über mehrere Tage, dabei die Futtermenge neu berechnen.
Ab wann kein Welpenfutter mehr? Richtwerte nach Größe
Für die Frage, wann ein Welpe ausgewachsen ist, gibt es eine oft zitierte Studie (Hawthorne und Kollegen, 2004, Journal of Nutrition). Die Forschenden haben 173 Welpen aus 12 Rassen vom Papillon bis zur Englischen Mastiff wöchentlich gewogen.
| Größe (Erwachsenengewicht) | 99 % des Erwachsenengewichts erreicht (Studie) | Phase des schnellsten Wachstums endet etwa |
|---|---|---|
| Zwerg- und kleine Rassen | mit ca. 9–10 Monaten | Zwergrassen ca. 11 Wochen, kleine Rassen ca. 14–16 Wochen |
| Mittelgroße Rassen | mit ca. 9–10 Monaten | ca. 14–16 Wochen |
| Große und Riesenrassen | mit ca. 11–15 Monaten | Riesenrassen ca. 5 Monate |
Quelle: Hawthorne AJ et al. (2004), Body-weight changes during growth in puppies of different breeds, J Nutr 134:2027S–2030S. Die Studie umfasst nur 12 Rassen. Für Mischlinge und andere Rassen sind die Werte eine Orientierung, keine feste Regel.
Wichtig: Das Erreichen des Endgewichts ist nicht dasselbe wie das Ende jeder Entwicklung. Für Riesenrassen werden in der Ratgeberliteratur teils noch längere Zeiträume genannt. Eine einheitliche wissenschaftliche Grenze haben wir nicht gefunden. Unsere Einschätzung: Bei großen und Riesenrassen lieber etwas länger beim Wachstumsfutter bleiben und den Wechsel tierärztlich besprechen.
Wachstumskurven: Wie viel Prozent seines Endgewichts hat Ihr Welpe?
Die FEDIAF-Richtlinien enthalten Formeln für typische Wachstumskurven, gültig von der 8. Lebenswoche bis zum ersten Geburtstag. Daraus haben wir berechnet, welchen Anteil seines erwarteten Erwachsenengewichts ein Welpe im Mittel erreicht hat:
| Erwartetes Erwachsenengewicht | mit 12 Wochen | mit 6 Monaten (26 Wochen) | mit 9 Monaten (39 Wochen) | mit 12 Monaten (52 Wochen) |
|---|---|---|---|---|
| bis 7 kg | ca. 48 % | ca. 77 % | ca. 92 % | ca. 100 % |
| über 7 bis 15 kg | ca. 43 % | ca. 72 % | ca. 87 % | ca. 97 % |
| über 15 bis 27,5 kg | ca. 38 % | ca. 69 % | ca. 85 % | ca. 97 % |
| über 27,5 bis 47,5 kg | ca. 36 % | ca. 64 % | ca. 79 % | ca. 90 % |
| über 47,5 kg | ca. 29 % | ca. 57 % | ca. 72 % | ca. 82 % |
Eigene Berechnung nach FEDIAF Nutritional Guidelines 2025, Tabelle VII-8a (gerundet; bei kleinen Rassen ergibt die Formel mit 12 Monaten rechnerisch etwas über 100 %). Die Tabelle zeigt: Ein Welpe einer sehr großen Rasse hat mit einem Jahr im Mittel erst gut vier Fünftel seines Endgewichts erreicht. FEDIAF empfiehlt, Welpen regelmäßig zu wiegen, nach tierärztlicher Empfehlung, und die Futtermenge so anzupassen, dass der Welpe entlang der Kurve wächst.
Was unterscheidet Welpenfutter von Futter für erwachsene Hunde?
Rechtlich ist „Welpenfutter“ kein eigener Begriff. Hersteller müssen aber angeben, für welche Tierart oder Tierkategorie ein Futter bestimmt ist und wie es zu verwenden ist (Art. 17 Abs. 1 a und b VO (EG) Nr. 767/2009). Laut FEDIAF muss ein Alleinfutter, das nur für ein bestimmtes Lebensstadium gedacht ist, das deutlich auf dem Etikett angeben, zum Beispiel „Alleinfuttermittel für wachsende Welpen“.
Inhaltlich unterscheidet FEDIAF bei Hunden zwischen frühem Wachstum (unter 14 Wochen), spätem Wachstum (ab 14 Wochen) und Erwachsenen. Für das Wachstum gelten höhere Mindestempfehlungen bei vielen Nährstoffen. Ein Beispiel aus den FEDIAF-Tabellen je 100 g Trockenmasse:
| Nährstoff (je 100 g Trockenmasse) | Erwachsene (Bedarf 110 kcal/kg0,75) | Frühes Wachstum (unter 14 Wochen) | Spätes Wachstum (ab 14 Wochen) |
|---|---|---|---|
| Protein, Mindestempfehlung | 18,00 g | 25,00 g | 20,00 g |
| Calcium, Mindestempfehlung | 0,50 g | 1,00 g | 0,80 g (Rassen bis 15 kg) bzw. 1,00 g (Rassen über 15 kg bis etwa 6 Monate) |
| Calcium, ernährungsphysiologisches Maximum | 2,50 g | 1,60 g | 1,80 g |
Quelle: FEDIAF Nutritional Guidelines 2025, Tabelle III-3a mit Fußnoten a und b und Abschnitt 3.3 (Calcium). Für die vollständigen Werte aller Nährstoffe verweisen wir auf die Tabellen der Richtlinien.
Besonderheit große Rassen: Calcium und Energie
Für große Rassen formuliert FEDIAF zwei Punkte besonders deutlich:
- Calcium: Eine hohe Calciumaufnahme wirkt sich laut FEDIAF nachteilig auf die Skelettentwicklung großer Rassen aus, vor allem im frühen Wachstum. Für Futter für Welpen großer Rassen wird deshalb ein striktes Maximum empfohlen. Gleichzeitig sollen Welpen von Rassen mit über 15 kg Erwachsenengewicht bis etwa zum 6. Lebensmonat ein Futter mit mindestens 1 % Calcium in der Trockenmasse bekommen. Erst danach kann der Gehalt auf 0,8 % sinken. Für Deutsche Doggen empfehlen die Richtlinien, auch im späten Wachstum vorzugsweise bei einem Futter mit höchstens 1,6 % Calcium in der Trockenmasse zu bleiben, weil diese Rasse empfindlicher sein kann.
- Energie: Überfütterung kann laut FEDIAF zu beschleunigtem Wachstum führen, das vor allem bei großen und Riesenrassen mit Skelettveränderungen in Verbindung gebracht wird. Welpen mit hoher Energieaufnahme wirken dabei nicht unbedingt dick. FEDIAF folgert: Welpen sollen nie zur freien Verfügung gefüttert werden.
Daraus ergibt sich für die Praxis (unsere Einschätzung): Wählen Sie für Welpen großer Rassen ein Alleinfutter, das laut Etikett ausdrücklich für das Wachstum großer Rassen geeignet ist. Bei einem Futter „für alle Lebensphasen“ sollte auf der Packung oder in den Herstellerangaben stehen, dass es auch für Welpen großer Rassen gedacht ist; im Zweifel fragen Sie den Hersteller oder Ihre Tierarztpraxis. Geben Sie keine zusätzlichen Calcium- oder Mineralstoffpräparate ohne tierärztlichen Rat, und wiegen Sie die Futtermenge ab.
Wie viel Futter braucht ein Welpe?
FEDIAF nennt für Welpen von der 8. Woche bis zu einem Jahr folgende Formel für den Tagesbedarf:
kcal am Tag = [254,1 − 135 × (aktuelles Gewicht ÷ erwartetes Erwachsenengewicht)] × aktuelles Gewicht0,75
Beispiel: Ein Welpe wiegt 10 kg und wird voraussichtlich 25 kg schwer. Dann gilt: 254,1 − 135 × 0,4 = 200,1; 100,75 = 5,62; Tagesbedarf = rund 1.125 kcal. Bei einem Futter mit 375 kcal je 100 g (angenommener Wert) wären das etwa 300 g am Tag.
Je näher der Welpe seinem Endgewicht kommt, desto kleiner wird der erste Faktor. Der Bedarf pro Kilogramm sinkt also im Lauf des Wachstums. Das Erwachsenengewicht ist eine Schätzung; bei Mischlingen kann Ihre Tierarztpraxis helfen, es einzuordnen. Wie Sie die Menge für erwachsene Hunde berechnen, erklären wir in einem eigenen Ratgeber zur Futtermenge für Hunde.
Welpenfutter auf Adult-Futter umstellen: So geht es
- Zeitpunkt wählen: nach der Größentabelle oben, bei großen Rassen in Absprache mit der Tierarztpraxis.
- Neues Futter prüfen: „Alleinfuttermittel“ für Hunde, Angabe des Lebensstadiums beachten.
- Schrittweise mischen: über mehrere Tage den Anteil des neuen Futters erhöhen (verbreitete Praxisempfehlung; eine feste Tageszahl ist uns aus Fachquellen nicht bekannt).
- Menge neu berechnen: Für junge erwachsene Hunde von 1 bis 2 Jahren nennt FEDIAF einen Erhaltungsbedarf von etwa 130 kcal je kg0,75. Die Packungsangabe des neuen Futters ist der Startpunkt.
- Beobachten: Gewicht und Figur in den Wochen nach der Umstellung kontrollieren und die Menge anpassen.
Kommt es nach dem Futterwechsel zu anhaltenden Verdauungsproblemen, sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis.
Was passiert, wenn der Wechsel zu früh oder zu spät erfolgt?
Ein Adult-Futter ist auf die Empfehlungen für erwachsene Hunde ausgelegt. Wechseln Sie deutlich vor Ende des Wachstums, kann es sein, dass das Futter die höheren FEDIAF-Mindestempfehlungen für das Wachstum nicht erreicht. Ob das bei einem bestimmten Futter so ist, lässt sich nur anhand der Herstellerangaben beurteilen.
Bleibt ein ausgewachsener Hund länger bei Welpenfutter, ist das vor allem eine Frage der Energie: Wachstumsfutter ist häufig energiereicher (Einschätzung). Wer die Menge nicht anpasst, riskiert eine Gewichtszunahme. Ein Futter „für alle Lebensphasen“ entschärft die Frage, weil es laut FEDIAF für Wachstum und Erwachsene ausgelegt ist.
Häufige Fragen
Wie lange Welpenfutter bei großen Rassen?
Große und Riesenrassen erreichen laut der Studie von Hawthorne und Kollegen 99 % ihres Endgewichts mit etwa 11 bis 15 Monaten. Nach unserer Einschätzung ist bis dahin ein Wachstumsfutter sinnvoll. Den genauen Zeitpunkt sollten Sie mit Ihrer Tierarztpraxis abstimmen.
Ab welchem Monat kein Welpenfutter mehr bei kleinen Hunden?
Kleine und mittelgroße Rassen sind laut derselben Studie mit etwa 9 bis 10 Monaten nahezu ausgewachsen. Ab dann kommt ein Adult-Futter in Frage.
Darf ein Welpe Futter für erwachsene Hunde fressen?
Als dauerhafte Hauptmahlzeit nur, wenn das Futter ausdrücklich auch für das Wachstum geeignet ist, etwa als Alleinfutter „für alle Lebensphasen“. Bei Welpen großer Rassen sollte das Futter ausdrücklich auch für deren Wachstum ausgelobt sein. Ein reines Adult-Futter ist auf die Empfehlungen für erwachsene Hunde ausgelegt.
Ist „Junior“-Futter dasselbe wie Welpenfutter?
Die Begriffe sind rechtlich nicht festgelegt. Entscheidend ist, welches Lebensstadium und welche Größe auf dem Etikett angegeben sind.
Muss ich Welpenfutter mit Calcium ergänzen?
Ein Alleinfutter für Welpen ist so ausgelegt, dass es den Bedarf deckt. FEDIAF warnt bei großen Rassen ausdrücklich vor zu viel Calcium. Ergänzungen deshalb nur nach tierärztlichem Rat.
Fazit
Ab wann kein Welpenfutter mehr nötig ist, entscheidet die Endgröße: Kleine und mittlere Hunde sind nach etwa 9 bis 10 Monaten fast ausgewachsen, große und Riesenrassen erst nach etwa 11 bis 15 Monaten. Achten Sie beim Wechsel auf ein passendes Alleinfuttermittel, stellen Sie schrittweise um und berechnen Sie die Menge neu. Unsere Bewertungen finden Sie unter Alleinfuttermittel für Hunde. Warum ein Ergänzungsfutter als alleinige Mahlzeit nicht reicht, erklärt unser Beitrag Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel?.
Quellen
- Hawthorne AJ, Booles D, Nugent PA, Gettinby G, Wilkinson J (2004): Body-weight changes during growth in puppies of different breeds. Journal of Nutrition 134(8 Suppl):2027S–2030S (Studie des WALTHAM Centre for Pet Nutrition, Forschungszentrum eines Heimtierfutterherstellers): jn.nutrition.org
- FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Fassung September 2025 (Abschnitt 3.1; Tabelle III-3a mit Fußnoten; Abschnitt 3.3 Calcium; Anhang 7.2.4.1 b mit Tabellen VII-6, VII-8a und VII-8b): europeanpetfood.org
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009, konsolidierte Fassung vom 26.12.2018 (Art. 17 Abs. 1 a und b): eur-lex.europa.eu
Stand: 09.10.2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.
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