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Nassfutter oder Trockenfutter für Katzen: Was ist besser?

Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Weißer Futternapf in Form eines Katzenkopfs mit bunten Trockenfutter-Kroketten, freigestellt auf hellgrauem Hintergrund – Symbolbild zum Vergleich von Nass- und Trockenfutter

Nassfutter oder Trockenfutter – was ist besser für Ihre Katze? Wir vergleichen beide Futterformen sachlich: Wasseraufnahme laut Studien, Trockenmasse, Energiedichte, Handhabung und Kosten. Sie erfahren, wie Sie Analysewerte richtig vergleichen, wie Mischfütterung gelingt und worauf Sie bei der Umstellung achten. Mit Vergleichstabelle, Rechenbeispielen und Antworten auf häufige Fragen.

Nassfutter oder Trockenfutter für Katzen: Was ist besser? Beide Futterformen können eine Katze vollständig versorgen, wenn sie als Alleinfuttermittel gekennzeichnet sind. Der wichtigste Unterschied ist das Wasser: Nassfutter besteht großteils aus Wasser, Trockenfutter kaum. Studien zeigen, dass Katzen mit Nassfutter insgesamt mehr Wasser aufnehmen, obwohl sie weniger trinken. Trockenfutter ist dafür energiedichter, länger haltbar und einfacher zu portionieren. Für viele Katzen ist auch eine Mischfütterung eine gute Lösung.

In diesem Ratgeber vergleichen wir beide Futterformen sachlich, zeigen, wie Sie Nährwerte über die Trockenmasse vergleichbar machen, und erklären, worauf es bei der Mischfütterung ankommt. Wie Sie die Angaben auf der Packung lesen, erklärt unser Beitrag Futterdeklaration richtig lesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheidend ist das Etikett: Ob nass oder trocken, als Hauptmahlzeit sollte ein Alleinfuttermittel für Katzen dienen.
  • Wasser: Katzen nehmen mit Nassfutter in Studien insgesamt mehr Wasser auf als mit Trockenfutter, trinken aber weniger aus dem Napf.
  • Energiedichte: 100 g Trockenfutter liefern ein Mehrfaches der Energie von 100 g Nassfutter. Portionen deshalb immer nach Kalorien planen.
  • Vergleich über die Trockenmasse: Analysewerte von Nass- und Trockenfutter lassen sich erst nach Umrechnung auf die Trockenmasse vergleichen.
  • Mischfütterung ist möglich: Teilen Sie die Tageskalorien auf beide Futter auf, statt beide Packungsempfehlungen voll zu füttern.

Nassfutter und Trockenfutter: der Unterschied auf einen Blick

Die Ernährungsrichtlinien des europäischen Heimtiernahrungsverbands FEDIAF definieren die Futterformen über den Feuchtegehalt: Trockenfutter hat 14 % Feuchte oder weniger, Nassfutter 60 % oder mehr. Dazwischen liegt halbfeuchtes Futter.

MerkmalNassfutterTrockenfutter
Feuchtegehalt (FEDIAF-Definition)60 % oder mehr14 % oder weniger
Wasseraufnahme der KatzeGroßteil des Wassers kommt über das Futter; insgesamt höhere Wasseraufnahme in StudienWasser muss überwiegend getrunken werden; insgesamt geringere Wasseraufnahme in Studien
Energie je 100 gniedrig, wegen des Wassershoch
Portionierengrößere Mengen, angebrochene Dosen kühlenleicht abzuwiegen, gut für Futterspielzeug
Haltbarkeit nach dem Öffnen (Einschätzung)kurz, im Kühlschrank aufbewahrenlänger, trocken und verschlossen lagern
KennzeichnungFeuchtegehalt muss angegeben werden (über 14 %)Feuchtegehalt freiwillig, wenn 14 % oder weniger
Taurin (FEDIAF-Empfehlung)höherer Mindestgehalt empfohlenniedrigerer Mindestgehalt empfohlen

Die Pflicht zur Angabe des Feuchtegehalts über 14 % ergibt sich aus Anhang I Nr. 6 der Verordnung (EG) Nr. 767/2009. Zum Taurin: Laut FEDIAF ist die Verfügbarkeit von Taurin in hitzebehandeltem Nassfutter geringer, deshalb soll Nassfutter etwa 2- bis 2,5-mal so viel Taurin enthalten wie extrudiertes Trockenfutter. Mehr dazu in unserem Beitrag Taurin bei Katzen.

Wasseraufnahme: Was Studien zeigen

Hauskatzen gelten als Tiere, die vergleichsweise wenig trinken. Mehrere Studien haben untersucht, wie sich die Futterform auf die gesamte Wasseraufnahme auswirkt, also Trinkwasser plus Wasser aus dem Futter.

  • In einer kleinen Studie von Thomas und Kollegen (2017) mit acht Katzen erreichten die Tiere nur mit Nassfutter (82 % Feuchte) die Wassermenge, die nach der gängigen Faustregel von 1 ml Wasser je kcal Energie errechnet wurde. Mit Trockenfutter tranken sie deutlich mehr, nahmen insgesamt aber weniger Wasser auf.
  • Eine Studie von van Diggelen und Kollegen (2026) verglich reines Trockenfutter, eine Mischung und reines Nassfutter, sowohl bei Katzen in einer Versuchsgruppe als auch bei Katzen in Privathaushalten. In beiden Gruppen war die Trinkmenge mit Trockenfutter am höchsten und die gesamte Wasseraufnahme mit Nassfutter am höchsten. Die Mischung lag dazwischen.
  • Eine Übersichtsarbeit über 32 Veröffentlichungen (Kosmal und Kollegen, 2026) kommt insgesamt zum selben Ergebnis, weist aber auf große Unterschiede innerhalb und zwischen den Studien hin.

Unsere Einschätzung: Wer möchte, dass die Katze mehr Wasser aufnimmt, hat mit Nassfutter oder Mischfütterung einen einfachen Hebel. Das bedeutet aber nicht, dass Trockenfutter für gesunde Katzen ungeeignet wäre. Frisches Wasser sollte in jedem Fall jederzeit zur Verfügung stehen. Ob eine höhere Wasseraufnahme gesunde Katzen vor Erkrankungen der Harnwege oder Nieren schützt, ist nach unserem Kenntnisstand nicht abschließend belegt; die Übersichtsarbeit von Kosmal und Kollegen hält fest, dass die dafür nötige Mindestwassermenge unbekannt ist. Bei Katzen mit Erkrankungen der Harnwege oder Nieren gehört die Wahl des Futters in tierärztliche Hand.

Trockenmasse: So vergleichen Sie Nass- und Trockenfutter richtig

Auf der Packung stehen die analytischen Bestandteile, also Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche, bezogen auf das Futter, wie es in der Dose oder im Beutel ist (Anhang VII VO 767/2009). Weil Nassfutter überwiegend aus Wasser besteht, wirken seine Werte auf den ersten Blick niedrig. Vergleichbar werden sie erst, wenn Sie das Wasser herausrechnen.

Formel: Anteil in der Trockenmasse (%) = Angabe auf der Packung (%) ÷ (100 − Feuchtegehalt) × 100

Beispiel (angenommene Werte)Rohprotein auf der PackungFeuchteRohprotein in der Trockenmasse
Nassfutter11 %80 %11 ÷ 20 × 100 = 55 %
Trockenfutter32 %8 %32 ÷ 92 × 100 = rund 35 %

In diesem Beispiel hat das Nassfutter bezogen auf die Trockenmasse also deutlich mehr Protein, obwohl die Zahl auf der Dose kleiner ist. Die Werte sind frei gewählt und stehen nicht für bestimmte Produkte. Steht beim Trockenfutter kein Feuchtegehalt, liegt er unter 14 %. Für eine grobe Rechnung können Sie dann etwa 10 % annehmen.

Auch die Nährstoffempfehlungen der FEDIAF beziehen sich auf die Trockenmasse oder auf 1.000 kcal. Die Umrechnung ist deshalb der einzige faire Weg, um Rezepturen unterschiedlicher Futterformen nebeneinanderzulegen.

Energiedichte: Warum die Grammzahl täuscht

Weil Wasser keine Energie liefert, braucht eine Katze von Nassfutter in Gramm ein Vielfaches der Menge, die sie von Trockenfutter bräuchte. Ein Beispiel mit angenommenen Energiegehalten: Eine 4-kg-Wohnungskatze mit einem Bedarf von rund 190 kcal am Tag bekäme etwa 205 g eines Nassfutters mit 93 kcal je 100 g oder etwa 51 g eines Trockenfutters mit 374 kcal je 100 g.

Der Bedarf von 190 kcal ergibt sich aus der FEDIAF-Formel für kastrierte oder in der Wohnung gehaltene Katzen (75 kcal je kg Körpergewicht hoch 0,67). Wie Sie die Menge für Ihre Katze berechnen, erklären wir ausführlich in einem eigenen Ratgeber zur Futtermenge für Katzen.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Nassfutter

  • Plus: liefert einen großen Teil des täglichen Wassers mit; in Studien höhere Gesamtwasseraufnahme.
  • Plus: geringere Energiedichte, große Portion bei gleicher Kalorienmenge (Einschätzung: kann satt wirkende Mahlzeiten erleichtern, belegt haben wir das nicht).
  • Minus: angebrochene Dosen müssen gekühlt und zügig verbraucht werden; im Napf trocknet Nassfutter an.
  • Minus: mehr Verpackungsmüll und meist höhere Kosten je Kalorie (Einschätzung).

Trockenfutter

  • Plus: lange haltbar, einfach abzuwiegen und für Futterspielzeug geeignet.
  • Plus: kann länger im Napf stehen bleiben, ohne anzutrocknen.
  • Minus: Die Katze muss den Großteil ihres Wassers trinken.
  • Minus: Hohe Energiedichte; schon kleine Mehrmengen ergeben viele zusätzliche Kalorien. Abwiegen ist deshalb wichtig.

Häufig liest man, Trockenfutter reinige die Zähne. Ob ein bestimmtes Futter das tut, hängt von Form und Rezeptur ab und muss vom Hersteller belegt werden. Pauschal für alle Trockenfutter lässt sich das aus unserer Sicht nicht sagen.

Mischfütterung bei Katzen: So geht es

Viele Halter kombinieren beide Futterformen, etwa Nassfutter morgens und abends und eine kleine Portion Trockenfutter für den Tag. Wichtig ist, dass die Summe stimmt:

  1. Tagesbedarf der Katze in kcal ermitteln.
  2. Kalorien aufteilen, zum Beispiel 70 % aus Nassfutter, 30 % aus Trockenfutter (das Verhältnis ist frei wählbar; es gibt dafür keine verbindliche Vorgabe).
  3. Für jedes Futter die Grammzahl aus dem Energiegehalt berechnen.
  4. Leckerlis abziehen: Laut dem Weltverband der Kleintierärzte WSAVA sollten sie weniger als 10 % der täglichen Kalorien ausmachen.

Beide Futter sollten Alleinfuttermittel sein. Kombinieren Sie ein Alleinfutter mit einem Ergänzungsfutter, etwa einer reinen Fleischdose, die als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet ist, ist die Versorgung nicht mehr automatisch gesichert. Den Unterschied erklärt unser Beitrag Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel?.

Ein Konsenspapier der American Association of Feline Practitioners (Sadek und Kollegen, 2018) empfiehlt außerdem, die Tagesration auf mehrere kleine Mahlzeiten zu verteilen und Futterspielzeug einzusetzen, weil das dem natürlichen Fressverhalten von Katzen entspricht. Das geht mit beiden Futterformen.

Umstellung von Trocken- auf Nassfutter

Katzen können beim Futter wählerisch sein. Eine Umstellung gelingt meist leichter, wenn Sie das neue Futter schrittweise über mehrere Tage untermischen (Einschätzung der Redaktion, verbreitete Praxisempfehlung). In der Studie von van Diggelen und Kollegen tranken die Katzen nach jedem Futterwechsel etwa einen Tag lang mehr Wasser, danach pendelte sich das Trinkverhalten auf das neue Futter ein. Frisst Ihre Katze über mehr als einen Tag kaum oder gar nicht, sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Ist Trockenfutter schlecht für Katzen?

Nein, nicht pauschal. Ein Trockenfutter, das als Alleinfuttermittel für Katzen gekennzeichnet ist, kann den Nährstoffbedarf decken. Die Katze nimmt damit aber in Studien insgesamt weniger Wasser auf, deshalb sollte frisches Wasser immer gut erreichbar sein.

Kann ich meine Katze nur mit Nassfutter ernähren?

Ja, wenn das Nassfutter ein Alleinfuttermittel für Katzen ist. Achten Sie auf die Bezeichnung auf dem Etikett, denn manche Nassfutter sind Ergänzungsfuttermittel.

Wie viel Trockenfutter darf eine Katze bei Mischfütterung bekommen?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die Kalorien aus Nass- und Trockenfutter zusammen den Tagesbedarf nicht übersteigen.

Warum trinkt meine Katze mit Nassfutter kaum noch?

Weil sie einen großen Teil ihres Wassers mit dem Futter aufnimmt. Das zeigen auch Studien: Mit Nassfutter sinkt die Trinkmenge, die gesamte Wasseraufnahme steigt. Fällt Ihnen eine starke Veränderung beim Trinken auf, die nicht mit einem Futterwechsel zusammenhängt, lassen Sie das tierärztlich abklären.

Wie rechne ich den Proteingehalt auf die Trockenmasse um?

Proteinangabe in Prozent geteilt durch (100 minus Feuchtegehalt), mal 100. Beispiel: 11 % Protein bei 80 % Feuchte ergeben 55 % in der Trockenmasse.

Fazit

Bei der Frage „Nassfutter oder Trockenfutter für Katzen“ gibt es keinen grundsätzlichen Verlierer. Beide können eine Katze vollständig versorgen, wenn sie als Alleinfuttermittel gekennzeichnet sind. Für Nassfutter spricht die höhere Wasseraufnahme, für Trockenfutter die einfache Handhabung. Eine Mischfütterung verbindet beides, wenn Sie die Kalorien sauber aufteilen. Unsere Bewertungen finden Sie unter Alleinfuttermittel für Katzen.

Quellen

  • FEDIAF Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Fassung September 2025 (Glossar: Dry, Semi-moist und Wet pet food; Abschnitt 3.3 Taurin; Anhang 7.2 Energie, Tabelle VII-9): europeanpetfood.org
  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009, konsolidierte Fassung vom 26.12.2018 (Anhang I Nr. 6, Anhang VII Kapitel II): eur-lex.europa.eu
  • Thomas DG, Post M, Bosch G (2017): The effect of changing the moisture levels of dry extruded and wet canned diets on physical activity in cats. Journal of Nutritional Science 6:e9: pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  • van Diggelen RA, Gillies GJJ, Shoveller AK, Banton S, Kosmal PAL (2026): Water intake and consumption behavior of colony and privately-owned healthy domestic cats fed 100% dry, 50% dry and 50% wet, and 100% wet diets. Journal of Animal Science: pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  • Kosmal P, Shoveller AK, Gillies G, Armstrong LE (2026): Diet format, protein, amino acids, salt, and osmolytes, as well as water viscosity, affect water consumption in domestic cats: a scoping review. Journal of Animal Science 104:skaf434 (Autoren teils mit Förderung durch Heimtierfutterhersteller, siehe Interessenerklärung): pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  • Sadek T et al. (2018): Feline Feeding Programs: Addressing behavioral needs to improve feline health and wellbeing. Journal of Feline Medicine and Surgery 20(11):1049–1055 (AAFP-Konsenspapier): doi.org
  • WSAVA, „Feeding treats to your cat“ (2025): wsava.org

Stand: 09.10.2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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