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Ergänzungsfutter für Katzen: Snacks, Pasten und Malz richtig einordnen

Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Grau getigerte Katze mit blauen Augen nimmt einen kleinen Snack aus der Hand

Snacks, Cremes, Pasten und Malzpasten sind Ergänzungsfutter, kein Alleinfutter. Wir erklären, was auf dem Etikett stehen muss, wie Sie Tagesmenge und Kalorien einplanen, was Fachstellen zu Haarballen sagen und welche Angaben Hersteller zu Malzpasten machen dürfen.

Ergänzungsfutter für Katzen umfasst Snacks, Pasten, Cremes, Katzenmilch und Malzpasten. Alle diese Produkte sind kein Alleinfutter: Sie reichen laut Verordnung (EG) Nr. 767/2009 nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration aus. Wie viel Ihre Katze davon bekommen kann, regeln die Fütterungsempfehlung auf der Packung und das Kalorienbudget für Leckerlis. Angaben zu Haarballen sind Werbeaussagen des Herstellers; ihre Wirkung haben wir nicht geprüft.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Ergänzungsfutter es für Katzen gibt, was auf dem Etikett stehen muss, wie Sie Snacks und Pasten mengenmäßig einplanen und was Malzpasten nach Angaben von Fachstellen leisten können und was nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Alleinfutter: Auf der Packung steht „Ergänzungsfuttermittel“. Für die Hauptmahlzeit braucht Ihre Katze ein Alleinfuttermittel.
  • Fütterungsempfehlung lesen: Hinweise zur ordnungsgemäßen Verwendung sind Pflicht. Enthält ein Produkt Zusatzstoffe über dem Höchstgehalt für Alleinfutter, muss eine Höchstmenge angegeben sein.
  • Kleines Budget: Laut WSAVA-Tabelle liegt das tägliche Leckerli-Budget einer erwachsenen Katze je nach Gewicht bei etwa 18 bis 28 kcal.
  • Haarballen: Laut Cornell Feline Health Center ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Katze etwa alle ein bis zwei Wochen einen Haarballen hochwürgt. Häufigeres Erbrechen gehört in die Tierarztpraxis.
  • Malz-Angaben: Eine Formulierung wie „mit Ballaststoffen, um das Risiko von Haarballen zu verringern“ nennt der FEDIAF-Kodex als Beispiel ohne Krankheitsbezug. Heilversprechen sind bei Futtermitteln nicht erlaubt.

Welche Ergänzungsfutter gibt es für Katzen?

Ob Knabbersnack, Creme im Beutel oder Paste aus der Tube: Rechtlich entscheidet die Futtermittelart, die auf jeder Packung stehen muss (Art. 15 Buchstabe a VO (EG) Nr. 767/2009). Ein Ergänzungsfuttermittel ist laut Verordnung ein Mischfuttermittel, das „einen hohen Gehalt an bestimmten Stoffen aufweist, aber aufgrund seiner Zusammensetzung nur mit anderen Futtermitteln zusammen für die tägliche Ration ausreicht“ (Art. 3 Abs. 2 j). Die Tabelle zeigt typische Produktgruppen; maßgeblich ist immer das Etikett.

ProduktartWofür sie meist gegeben wirdWorauf Sie achten sollten
Knabbersnacks und LeckerlisBelohnung, BeschäftigungKalorien je Stück, Tagesmenge
Cremes und flüssige SnacksBelohnung, ZuwendungPortionsgröße, Kalorien je Beutel
Pasten mit Zusätzen, z. B. VitaminenErgänzung der RationZusatzstoffe mit Menge, Höchstmenge pro Tag
MalzpastenBeworben im Zusammenhang mit verschluckten HaarenZusammensetzung, Tagesmenge, Werbeaussagen
KatzenmilchSnackKalorien, Zusammensetzung

Die Grundbegriffe Alleinfutter, Ergänzungsfutter und Einzelfuttermittel erklären wir im Beitrag Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel. Ob und wann Milch für Katzen in Frage kommt, behandelt unser Beitrag Dürfen Katzen Milch trinken?

Was auf dem Etikett stehen muss

Für Ergänzungsfuttermittel für Katzen gelten im Kern dieselben Pflichtangaben wie für Alleinfutter: Futtermittelart, Tierart, Zusammensetzung, Zusatzstoffe, Mindesthaltbarkeit, Losnummer, Nettomasse und die Anschrift des Verantwortlichen (Art. 15 und 17). Unter „Analytische Bestandteile“ stehen auch hier Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche (Anhang VII Kapitel II). Zusatzstoffe mit festgelegtem Höchstgehalt müssen mit ihrer Menge aufgeführt sein (Anhang VII Kapitel I Nr. 1).

Hebt eine Packung eine Zutat besonders hervor, etwa „mit Lachs“ oder „mit Malz“, muss deren Anteil in Prozent in der Zusammensetzung stehen (Art. 17 Abs. 2 a). Wird ein Zusatzstoff wie Taurin oder Biotin betont, ist er mit Menge anzugeben (Anhang VII Kapitel I Nr. 4). Auf jedem Heimtierfutter muss außerdem eine kostenfreie Telefonnummer oder ein anderes geeignetes Kommunikationsmittel stehen, über das Sie mehr über Zusatzstoffe und Einzelfuttermittel erfahren können (Art. 19).

Wie viel? Fütterungsempfehlung und Kalorienbudget

Jedes Ergänzungsfuttermittel braucht Hinweise für die ordnungsgemäße Verwendung (Art. 17 Abs. 1 b). Ergänzungsfuttermittel dürfen bis zum Hundertfachen des Höchstgehalts an Zusatzstoffen enthalten, der für Alleinfutter festgelegt ist (Art. 8 Abs. 1). Liegt ein Produkt über dem Höchstgehalt für Alleinfutter, muss eine Höchstmenge angegeben sein, etwa in Gramm je Tier und Tag (Anhang II Nr. 4). Halten Sie sich deshalb bei Pasten mit Zusätzen genau an die Tagesmenge und geben Sie mehrere Pasten nicht ohne Rücksprache gleichzeitig.

Hinzu kommen die Kalorien. Der Weltverband der Kleintierärzte WSAVA empfiehlt, dass Leckerlis bei Katzen weniger als 10 % der täglichen Kalorien ausmachen. Laut ihrer Tabelle sind das für eine durchschnittliche gesunde erwachsene Katze im Idealgewicht je nach Gewicht etwa 18 bis 28 kcal am Tag. Auch Pasten, Cremes und Katzenmilch zählen dazu. Steht der Energiegehalt nicht auf der Packung, rät die WSAVA, beim Hersteller nachzufragen. Wie Sie das Budget berechnen, zeigt unser Beitrag Wie viele Leckerlis am Tag?

Ein Blick in die Zusammensetzung lohnt auch wegen möglicher Zuckerzusätze. Zugesetzter Zucker, Karamell oder Melasse kosten in unseren Tests Punkte. Unter welchen Namen Zucker auf dem Etikett steht, erklärt unser Beitrag Zucker im Hunde- und Katzenfutter.

Haarballen: Was Fachstellen sagen

Katzen verschlucken bei der Fellpflege Haare. Laut Cornell Feline Health Center, einer Einrichtung der veterinärmedizinischen Fakultät der Cornell University in den USA, ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Katze etwa alle ein bis zwei Wochen einen Haarballen hochwürgt. Ein Haarballen ist demnach ein feuchter, länglicher Klumpen unverdauter Haare.

Dieselbe Stelle nennt klare Warnzeichen: Eine Katze, die matt ist, länger als ein bis zwei Tage nicht frisst oder wiederholt erfolglos würgt oder erbricht, sollte ohne Verzögerung tierärztlich untersucht werden. Häufiges Würgen kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel eine Atemwegserkrankung wie Asthma. Erbricht eine Katze häufiger als einmal pro Woche, rät das Cornell Feline Health Center ebenfalls zur zeitnahen Untersuchung.

Wichtig für die Wahl von Produkten: Das Cornell Feline Health Center rät ausdrücklich, Katzen Abführmittel nie ohne tierärztliche Zustimmung und Begleitung zu geben. Dasselbe gelte für Futter, die damit werben, einen Verschluss durch Haarballen zu verhindern oder zu lösen.

Malzpasten: Was sie sind und was die Angaben dürfen

Malz wird aus gekeimtem Getreide gewonnen. Malzpasten für Katzen sind in aller Regel Ergänzungsfuttermittel; welche weiteren Zutaten sie enthalten, etwa Öle, Fette oder Ballaststoffe, unterscheidet sich von Produkt zu Produkt und steht in der Zusammensetzung. Hersteller bewerben Malzpasten häufig damit, dass sie den Weitertransport verschluckter Haare unterstützen sollen. Das sind Angaben der Hersteller. Einen unabhängigen Beleg für die Wirkung einzelner Produkte haben wir für diesen Beitrag nicht ausgewertet.

Für die Angaben selbst gelten die allgemeinen Regeln: Sie müssen objektiv, nachprüfbar und verständlich sein, und der Hersteller muss sie auf Anfrage wissenschaftlich begründen können (Art. 13 Abs. 1). Der FEDIAF-Kodex für gute Kennzeichnungspraxis nennt „enthält Ballaststoffe, um das Risiko von Haarballen zu verringern“ als Beispiel für eine Formulierung, die das Wort „vorbeugen“ ohne Krankheitsbezug verwendet. Verboten ist dagegen die Behauptung, ein Futtermittel könne eine Krankheit verhindern, behandeln oder heilen (Art. 13 Abs. 3 a). Gerichte legen den Krankheitsbegriff dabei weit aus; Krankheit ist laut Oberlandesgericht Stuttgart „jede, auch jede unerhebliche oder vorübergehende, Beeinträchtigung der körperlichen Beschaffenheit oder der üblichen Funktionen des Organismus“ (Urteil vom 06.06.2019, Az. 2 U 144/18, Rn. 56, Fall „Anti-Zecken Snack“). Aussagen über Verstopfung, Darmverschluss oder Erbrechen sind deshalb nach unserer Einschätzung bei Futtermitteln nicht vorgesehen.

Für den Alltag heißt das: Eine Malzpaste ersetzt weder das Bürsten noch die Tierarztpraxis. Das Cornell Feline Health Center empfiehlt, das Fell der Katze täglich zu bürsten und zu kämmen, um die Bildung von Haarballen möglichst gering zu halten. Haarballen treten demnach in Zeiten des Fellwechsels häufiger auf. Übermäßiges Putzen kann laut derselben Quelle auch auf ein Hautproblem hindeuten, das tierärztlich abgeklärt werden sollte. Würgt Ihre Katze häufig oder zeigt sie eines der oben genannten Warnzeichen, lassen Sie sie untersuchen, statt selbst mit Pasten zu experimentieren.

So ordnen wir Ergänzungsfutter für Katzen in Tests ein

Wir bewerten Ergänzungsfuttermittel nach denselben sechs Kriterien wie Alleinfutter, aber getrennt von ihnen. Im Kriterium „Bedarfsdeckung“ prüfen wir, ob ein Produkt korrekt als Ergänzung gekennzeichnet ist und eine plausible Fütterungsempfehlung hat. Werbeaussagen ordnen wir im Werbeaussagen-Check nach Art. 11 und 13 VO (EG) Nr. 767/2009 ein. Ob eine beworbene Wirkung tatsächlich eintritt, können wir ohne eigene Studien nicht prüfen.

Getestete Produkte in dieser Kategorie

Unsere Tests von Snacks, Pasten und anderen Ergänzungsfuttern für Katzen finden Sie in der Kategorie Ergänzungsfuttermittel für Katzen.

Checkliste: Ergänzungsfutter für Katzen einordnen

  • ☐ „Ergänzungsfuttermittel“ auf dem Etikett gefunden, Hauptmahlzeit bleibt ein Alleinfutter
  • ☐ Tagesmenge und gegebenenfalls Höchstmenge gelesen
  • ☐ Kalorien je Portion notiert oder erfragt und ins Budget eingerechnet
  • ☐ Zusammensetzung auf Zuckerzusätze geprüft
  • ☐ Mehrere Pasten mit Zusätzen nicht ohne Rücksprache kombiniert
  • ☐ Bei häufigem Würgen, Erbrechen oder Fressunlust die Tierarztpraxis gefragt

Häufige Fragen

Ist Malzpaste für Katzen sinnvoll?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Malzpasten sind Ergänzungsfuttermittel, ihre Wirkung beschreiben die Hersteller. Würgt Ihre Katze häufig Haarballen hoch, klären Sie die Ursache in der Tierarztpraxis.

Wie oft darf eine Katze Haarballen erbrechen?

Laut Cornell Feline Health Center ist ein Haarballen etwa alle ein bis zwei Wochen nicht ungewöhnlich. Erbricht Ihre Katze häufiger als einmal pro Woche, frisst sie länger als ein bis zwei Tage nicht oder würgt sie wiederholt erfolglos, sollte sie zeitnah untersucht werden.

Wie viele Snacks darf eine Katze am Tag bekommen?

Eine feste Stückzahl gibt es nicht. Entscheidend sind die Kalorien: Laut WSAVA sollten Leckerlis weniger als 10 % der täglichen Kalorien liefern, bei einer erwachsenen Katze etwa 18 bis 28 kcal.

Kann ich meiner Katze nur Snacks und Pasten füttern?

Nein. Ergänzungsfuttermittel reichen laut Definition nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration aus. Die Grundlage bleibt ein Alleinfuttermittel.

Fazit

Snacks, Cremes, Pasten und Malzpasten sind Ergänzungsfutter und gehören ins Kalorienbudget, nicht an die Stelle der Hauptmahlzeit. Lesen Sie Futtermittelart, Tagesmenge und Zusammensetzung. Angaben zu Haarballen sind Werbeaussagen, die ein Hersteller belegen können muss; ihre Wirkung haben wir nicht geprüft. Bei häufigem Würgen, Erbrechen oder Fressunlust ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse.

Titelbild: jaraquefotografia0 / Pixabay

Quellen

  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, konsolidierte Fassung vom 26.12.2018 (Art. 3, 8, 13, 15, 17, 19, Anhänge II und VII): eur-lex.europa.eu
  • FEDIAF: Code of Good Labelling Practice for Pet Food (Oktober 2019), Abschnitt 5.2.5.4: europeanpetfood.org
  • World Small Animal Veterinary Association (WSAVA): Feeding treats to your cat (11/2025): wsava.org
  • Cornell Feline Health Center: The Danger of Hairballs: vet.cornell.edu
  • Cornell Feline Health Center: Vomiting: vet.cornell.edu
  • OLG Stuttgart, Urteil vom 06.06.2019, 2 U 144/18: openlegaldata.io

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Rechtsberatung. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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