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Rohasche im Hunde- und Katzenfutter: Was der Wert aussagt

Von Futterprüfer · · Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

Nahaufnahme vieler brauner Trockenfutter-Kroketten für Hunde

Rohasche ist keine zugesetzte Asche, sondern der Mineralstoffanteil im Futter. Wir erklären, wie der Wert im Labor bestimmt wird, warum er auf fast jeder Packung steht, wie hoch er bei Hunde-Trockenfutter üblicherweise ist, wie Sie Nass- und Trockenfutter über die Trockenmasse vergleichen und was die Rohasche nicht verrät.

Rohasche im Hundefutter und Katzenfutter ist keine zugesetzte Asche, sondern der Mineralstoffanteil des Futters. Der Wert zeigt, was übrig bleibt, wenn eine Futterprobe im Labor verbrannt wird: Calcium, Phosphor, Natrium und andere anorganische Stoffe. Einen gesetzlichen Höchstwert für Rohasche in Alleinfutter gibt es nicht. In einer Untersuchung von 30 Hunde-Trockenfuttern lag der Gehalt zwischen 4,8 und 9,9 % der Trockenmasse.

Die Rohasche gehört zu den vier Pflichtwerten auf fast jeder Packung Hunde- und Katzenfutter, und kaum ein Wert wird so oft missverstanden. Wir erklären, was Rohasche ist, wie hoch sie üblicherweise ist, warum Sie Nass- und Trockenfutter nur über die Trockenmasse vergleichen sollten und was der Wert nicht verrät.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es ist: Rohasche ist der anorganische Rückstand nach dem Veraschen einer Futterprobe, also im Wesentlichen die Mineralstoffe.
  • Pflichtangabe: Bei Allein- und Ergänzungsfutter für Hunde und Katzen muss Rohasche auf dem Etikett stehen, auch als „Ascherückstand“ oder „anorganischer Stoff“. Ausnahme sind Mineralergänzungsfuttermittel, bei denen stattdessen Calcium, Natrium und Phosphor anzugeben sind (Anhang VII Kapitel II Nr. 1 VO (EG) Nr. 767/2009).
  • Übliche Werte: In einer Studie mit 30 Hunde-Trockenfuttern lagen die Werte zwischen 4,8 und 9,9 g je 100 g Trockenmasse, im Mittel bei 7,1 g.
  • Vergleichen: Nassfutter wirkt wegen seines Wassergehalts aschearm. Ein fairer Vergleich gelingt nur über die Trockenmasse.
  • Grenzen: Die Rohasche sagt nicht, welche Mineralstoffe in welchem Verhältnis enthalten sind.

Was ist Rohasche im Futter?

Rohasche ist ein Begriff aus der Futtermittelanalytik. Für die Bestimmung wird eine Futterprobe so lange bei hoher Temperatur verbrannt, bis alle organischen Bestandteile wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate verschwunden sind. Zurück bleibt ein anorganischer Rückstand: die Rohasche. In der Studie von Kazimierska und Kollegen (2020) wurden die Proben dafür zum Beispiel acht Stunden bei 580 °C im Muffelofen verascht. Die amtlichen Analysemethoden für Futtermittel in der EU legt die Verordnung (EG) Nr. 152/2009 fest.

Die Rohasche gehört zur sogenannten Weender-Analyse, dem klassischen Analyseschema für Futtermittel. Die Universität Zürich nennt sie in ihren Lehrunterlagen zusammen mit Rohwasser, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und stickstofffreien Extraktstoffen als einen der Rohnährstoffe. Das Wort „roh“ bedeutet dabei, dass es sich um eine Sammelgröße handelt, nicht um einen einzelnen Stoff.

Wichtig ist also: Niemand mischt Asche ins Futter. Der Wert beschreibt die Mineralstoffe, die aus Fleisch, Knochen, Pflanzen und zugesetzten Mineralstoffen stammen. Welche Mineralstoffe Hunde und Katzen brauchen, erklärt unser Lexikon-Eintrag Mineralstoffe.

Warum steht Rohasche auf jeder Packung?

Die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 schreibt für Allein- und Ergänzungsfuttermittel für Hunde und Katzen unter „Analytische Bestandteile“ vier Werte vor: Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Rohasche (Anhang VII Kapitel II Nr. 1). Bei Heimtierfutter darf statt „Rohasche“ auch „Ascherückstand“ oder „anorganischer Stoff“ stehen (Anhang II Nr. 5). Die Prozentangabe bezieht sich auf das Futter, wie es in der Packung ist. Mehr zu allen Pflichtangaben lesen Sie in unserem Beitrag Futterdeklaration richtig lesen.

Für Mineralergänzungsfuttermittel gelten andere Regeln: Dort sind Calcium, Natrium und Phosphor anzugeben. Ein „Mineralfuttermittel“ ist laut Definition ein Ergänzungsfuttermittel mit mindestens 40 % Rohasche (Art. 3 Abs. 2 k).

Rohasche im Hundefutter: Wie hoch ist normal?

Einen gesetzlichen Höchstwert für Rohasche in Allein- oder Ergänzungsfutter für Hunde und Katzen gibt es nicht. Auch die Ernährungsrichtlinien der europäischen Heimtiernahrungs-Industrie FEDIAF nennen keinen Richtwert für die Rohasche, sondern Mindest- und Höchstwerte für einzelne Mineralstoffe. Wie hoch Rohasche in handelsüblichem Futter ausfällt, zeigen Laboruntersuchungen:

UntersuchungRohasche je 100 g Trockenmasse
30 Trockenfutter für erwachsene Hunde aus dem polnischen Handel (Kazimierska und Kollegen, 2020)4,8 bis 9,9 g, Mittelwert 7,1 g
davon getreidefreie Futter im Vergleich zu Futter mit Getreideim Mittel rund 11 % mehr Rohasche
20 Trockenfutter für erwachsene Hunde (Pereira und Kollegen, zitiert bei Kazimierska)Mittelwert 7,98 g

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass ihre Auswahl nicht vollständig ist, sondern eine Momentaufnahme. Vergleichbare Zahlen für Katzenfutter haben wir in den ausgewerteten Quellen nicht gefunden. Ein Wert außerhalb dieser Spannen ist deshalb nicht automatisch ein Problem, aber ein Anlass, genauer hinzusehen. Ein hoher Wert kann nach unserer Einschätzung auf einen hohen Knochen- oder Mineralstoffanteil hindeuten. Warum getreidefreie Futter anders zusammengesetzt sein können, erklärt unser Beitrag Getreidefreies Hundefutter: sinnvoll oder nicht?

Nass- und Trockenfutter vergleichen: die Trockenmasse

Auf der Packung steht die Rohasche bezogen auf das Futter mit seinem Wassergehalt. Nassfutter enthält viel Wasser, deshalb wirken alle seine Prozentwerte niedrig. Für einen fairen Vergleich rechnen Sie auf die Trockenmasse um:

Rohasche in der Trockenmasse = angegebene Rohasche ÷ (100 − Feuchte in %) × 100

Ein fiktives Rechenbeispiel: Ein Nassfutter gibt 2 % Rohasche bei 80 % Feuchte an. In der Trockenmasse sind das 2 ÷ 20 × 100 = 10 %. Ein Trockenfutter mit 7 % Rohasche und 10 % Feuchte kommt auf 7 ÷ 90 × 100 ≈ 7,8 %. Das Nassfutter, das auf der Packung aschearm wirkt, enthält bezogen auf die Trockenmasse also mehr Mineralstoffe. Der Feuchtegehalt muss bei Hunde- und Katzenfutter erst ab mehr als 14 % angegeben werden (Anhang I Nr. 6 VO (EG) Nr. 767/2009). Fehlt er beim Trockenfutter, können Sie den Wert beim Hersteller erfragen.

Wie genau ist die Angabe auf der Packung?

Die Angabe ist ein deklarierter Wert, keine Messung Ihrer Packung. Für amtliche Kontrollen legt die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 Toleranzen fest (Anhang IV Teil A). Sie gelten für Allein- und Ergänzungsfuttermittel gleichermaßen:

Angegebene RohascheErlaubte Abweichung nach untennach oben
unter 8 %2 Prozentpunkte1 Prozentpunkt
8 bis 32 %25 % des angegebenen Werts12,5 % des angegebenen Werts
über 32 %8 Prozentpunkte4 Prozentpunkte

Ein Futter mit 7 % angegebener Rohasche darf bei einer Kontrolle also zwischen 5 und 8 % liegen. Kleine Unterschiede zwischen zwei Produkten sind deshalb wenig aussagekräftig.

Was die Rohasche nicht verrät

Die Rohasche ist eine Summe. Sie sagt nicht, wie viel Calcium, Phosphor, Natrium oder Magnesium im Futter steckt und ob diese Mineralstoffe im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Zwei Futter mit gleicher Rohasche können sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Viele Hersteller geben Calcium und Phosphor freiwillig an, bei Bedarf können Sie die Werte erfragen.

Ein Teil der Asche ist die salzsäureunlösliche Asche. Für Futtermittel legt die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 dafür einen Höchstgehalt von 2,2 % der Trockenmasse fest, ausgenommen unter anderem Einzel- und Mineralfuttermittel; in den Ausnahmefällen muss der Gehalt auf dem Etikett stehen (Anhang I Nr. 5).

Hat Ihr Tier eine Erkrankung, etwa der Nieren oder der Harnwege, reicht die Rohasche als Orientierung nicht aus. Welche Mineralstoffgehalte dann passen, klärt Ihre Tierarztpraxis, gegebenenfalls mit einem Diätfuttermittel. Eine Gesundheitsaussage leiten wir aus dem Rohaschewert nicht ab.

Rohasche im Katzenfutter

Für Katzenfutter gelten dieselben Kennzeichnungsregeln wie für Hundefutter. Da Katzen häufig Nassfutter bekommen, ist die Umrechnung auf die Trockenmasse hier besonders wichtig. Vergleichen Sie zum Beispiel ein Nassfutter mit einem Trockenfutter immer über die Trockenmasse. Vollständige Futter für Katzen finden Sie in unseren Tests unter Alleinfuttermittel für Katzen. Wie wir die analytischen Bestandteile in unseren Tests einordnen, beschreibt unsere Methodik.

Checkliste: Rohasche richtig einordnen

  • ☐ Rohasche unter „Analytische Bestandteile“ gefunden
  • ☐ Feuchtegehalt geprüft, bei Bedarf beim Hersteller erfragt
  • ☐ Werte von Nass- und Trockenfutter auf Trockenmasse umgerechnet
  • ☐ Toleranzen bei kleinen Unterschieden berücksichtigt
  • ☐ Calcium und Phosphor nachgesehen oder erfragt
  • ☐ Bei Erkrankungen die Tierarztpraxis gefragt

Häufige Fragen

Ist Rohasche schädlich?

Rohasche ist kein Zusatz, sondern der Mineralstoffanteil des Futters. Mineralstoffe sind lebensnotwendig. Ob die Mengen für Ihr Tier passen, zeigt nicht die Rohasche allein, sondern die einzelnen Mineralstoffwerte.

Wie viel Rohasche sollte Hundefutter haben?

Einen gesetzlichen Richtwert gibt es nicht. In einer Untersuchung von 30 Hunde-Trockenfuttern lagen die Werte zwischen 4,8 und 9,9 % der Trockenmasse.

Ist weniger Rohasche besser?

Nicht automatisch. Ein Futter muss genug Mineralstoffe liefern. Ein sehr niedriger Wert ist für ein gesundes Tier kein Qualitätsmerkmal an sich.

Was bedeutet „anorganischer Stoff“ auf der Packung?

Das ist eine zulässige andere Bezeichnung für Rohasche bei Heimtierfutter, ebenso wie „Ascherückstand“.

Fazit

Rohasche ist der Mineralstoffanteil im Hunde- und Katzenfutter, kein Füllstoff und keine zugesetzte Asche. Einen gesetzlichen Höchstwert gibt es nicht, Hunde-Trockenfutter lag in einer Untersuchung von 30 Produkten zwischen rund 5 und 10 % der Trockenmasse. Aussagekräftig wird der Wert erst im Vergleich über die Trockenmasse und zusammen mit den einzelnen Mineralstoffen. Bei Erkrankungen entscheidet die Tierarztpraxis, welches Futter passt.

Titelbild: pzbasnik / Pixabay

Quellen

  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, Art. 3, Anhang I Nr. 5 und 6, Anhang II Nr. 5, Anhang IV Teil A, Anhang VII Kapitel II: data.europa.eu
  • Verordnung (EG) Nr. 152/2009 zur Festlegung der Probenahmeverfahren und Analysemethoden für die amtliche Untersuchung von Futtermitteln: data.europa.eu
  • Kazimierska K, Biel W, Witkowicz R (2020): Mineral Composition of Cereal and Cereal-Free Dry Dog Foods versus Nutritional Guidelines. Molecules 25: 5173: doi.org
  • FEDIAF: Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs (September 2025): europeanpetfood.org
  • Liesegang A, Universität Zürich, Institut für Tierernährung: Stichworte zur Hundeernährung (Lehrunterlage, 2010): uzh.ch

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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