Lebenserwartung von Hunderassen: Was große Studien zeigen
Von Beytullah Coscun · · Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2026

Von 5,4 bis 15,4 Jahren: Was große Studien über die Lebenserwartung von Hunderassen zeigen.
9,8 Jahre: So alt wurde die Hälfte der Französischen Bulldoggen in einer großen britischen Auswertung mit rund 585.000 Hunden, der Border Terrier dagegen 14,2 Jahre (Q1). Zwischen Rassen liegen also mehrere Hundejahre, und die kürzesten Leben finden sich vor allem bei sehr großen und bei kurzköpfigen Rassen. Mischlinge lagen in dieser Studie übrigens nicht vorn.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Über alle 584.734 Hunde der Studie lag die mittlere Lebensdauer (Median) bei 12,5 Jahren, bei Rassehunden bei 12,7, bei Mischlingen bei 12,0 Jahren (Q1).
- Am kürzesten lebten Kaukasischer Owtscharka (5,4), Presa Canario (7,7) und Cane Corso (8,1 Jahre), am längsten Lancashire Heeler (15,4) und Tibet-Spaniel (15,2 Jahre) (Q1).
- Kurzköpfige (brachyzephale) Rassehunde lebten im Median 11,2 Jahre, mittelköpfige 12,8 Jahre (Q1).
- Die Tierarzt-Daten von VetCompass zeigen für Französische Bulldoggen eine Lebenserwartung bei Geburt von nur 4,53 Jahren, mit Einschränkungen bei der Deutung (Q2).
- Zucht, die Tieren erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden beschert, ist in Deutschland nach § 11b Tierschutzgesetz verboten (Q4).

Woher die Zahlen kommen
Eine halbe Million Hunde, keine Glaskugel
Die meisten Zahlen in diesem Artikel stammen aus einer Studie von McMillan und Kollegen (Dogs Trust), erschienen am 1. Februar 2024 in Scientific Reports (Q1). Ausgewertet wurden 584.734 Hunde aus Großbritannien, davon 284.734 bereits verstorben, aus 18 Quellen: Zuchtbüchern, Tierarztketten, Versicherungen, Tierheimen und Universitäten. Angegeben ist jeweils der Median, also das Alter, das die Hälfte der Hunde einer Rasse erreicht hat. Ein Durchschnitt wäre anfälliger für Ausreißer.
Die zweite Quelle ist VetCompass, ein Programm des Royal Veterinary College, das Praxisdaten britischer Tierärzte auswertet. Teng, O’Neill und Kollegen haben daraus 2022 Sterbetafeln für 30.563 verstorbene Hunde berechnet (Q2). Sie geben die Lebenserwartung bei Geburt an. Das ist eine andere Größe als der Median, die Zahlen beider Studien lassen sich deshalb nicht eins zu eins vergleichen.
Eine Einschränkung gilt für alles Folgende: Beide Studien beschreiben britische Hunde. Die Autoren der Dogs-Trust-Studie schreiben ausdrücklich, ihre Ergebnisse seien nicht auf andere Länder übertragbar (Q1). Für Deutschland gibt es nach unserer Recherche keine vergleichbar große Auswertung. Ein Durchschnittswert sagt außerdem nichts über den einzelnen Hund. Er ist eine Wettervorhersage, kein Fahrplan.
Lebenserwartung nach Rasse: die Tabelle
Von 5,4 bis 15,4 Jahren
Die Tabelle zeigt 22 Rassen, die die Dogs-Trust-Studie im Text ausdrücklich nennt: die zehn mit dem höchsten und die neun mit dem niedrigsten Sterberisiko, dazu Border Collie, Labrador und Mops aus ihrer Abbildung 3. Die Werte aller 155 Rassen stehen in der Zusatztabelle 3 der Studie. „HR“ ist das Hazard Ratio, also das Sterberisiko im Vergleich zu Mischlingen (1,0), mit 95-%-Konfidenzintervall. Ein HR von 2 heißt grob: doppeltes Sterberisiko zu jedem Zeitpunkt.
| Rasse | Median (Jahre) | HR (95-%-KI) |
|---|---|---|
| Lancashire Heeler | 15,4 | 0,5 (0,4–0,6) |
| Tibet-Spaniel | 15,2 | 0,5 (0,4–0,5) |
| Shiba Inu | 14,6 | 0,5 (0,4–0,6) |
| Papillon | 14,5 | 0,6 (0,5–0,6) |
| Lakeland Terrier | 14,2 | 0,7 (0,6–0,7) |
| Schipperke | 14,2 | 0,6 (0,4–0,9) |
| Border Terrier | 14,2 | 0,5 (0,5–0,6) |
| Italienisches Windspiel | 14,0 | 0,7 (0,6–0,9) |
| Zwergdackel | 14,0 | 0,7 (0,6–0,7) |
| Border Collie | 13,1 | k. A. im Text |
| Labrador Retriever | 13,1 | k. A. im Text |
| Alle Rassehunde | 12,7 (KI 12,6–12,7) | – |
| Mischlinge (Vergleich) | 12,0 (KI 12,0–12,1) | 1,0 |
| Mops | 11,6 | k. A. im Text |
| Englische Bulldogge | 9,8 | 1,8 (1,7–1,8) |
| Französische Bulldogge | 9,8 | 2,2 (2,1–2,3) |
| Bernhardiner | 9,3 | 1,7 (1,5–1,8) |
| Bloodhound | 9,3 | 1,7 (1,3–2,1) |
| Affenpinscher | 9,3 | 1,7 (1,5–1,9) |
| Mastino Napoletano | 9,3 | 1,8 (1,6–2,0) |
| Mastiff | 9,0 | 2,3 (2,2–2,4) |
| Cane Corso | 8,1 | 2,4 (2,0–3,0) |
| Presa Canario | 7,7 | 3,0 (2,5–3,7) |
| Kaukasischer Owtscharka | 5,4 | 2,4 (1,6–3,7) |
Quelle: McMillan et al. 2024, Scientific Reports 14:531, Ergebnisteil und Abbildung 3 (Q1). Rassenamen von uns übersetzt („Bulldog“ = Englische Bulldogge, „Miniature Dachshund“ = Zwergdackel). Für die Rassen ohne HR nennt der Studientext nur den Median.

Kleine Hunde leben länger, meistens
Größe zählt, aber nicht allein
Kleine Rassen erreichten im Median 12,7 Jahre, mittelgroße 12,5 und große 11,9 Jahre (Q1). Hündinnen lebten mit 12,7 Jahren etwas länger als Rüden mit 12,4 Jahren (Q1). Die Größe erklärt aber nicht alles. Der Affenpinscher ist klein und lag mit 9,3 Jahren trotzdem bei den Schlusslichtern (Q1). Umgekehrt ist der Labrador kein Schoßhund und kam auf 13,1 Jahre.
Und die Mischlinge? Der Volksmund hält sie für robuster. In der Dogs-Trust-Studie lebten 73 der 155 Rassen länger als die Mischlingsgruppe, 40 kürzer, 42 unterschieden sich nicht deutlich (Q1). Die Autoren weisen darauf hin, dass die Mischlingsgruppe sehr uneinheitlich ist, vom Straßenhund bis zum Designer-Mix (Q1). Ein Freifahrtschein ist das Wort jedenfalls nicht.
Kurze Nase, kurzes Leben
Was die Zahlen zu Bulldogge und Mops sagen
Kurzköpfige Rassehunde lebten in der Dogs-Trust-Studie im Median 11,2 Jahre, mittelköpfige 12,8 Jahre (Q1). Am deutlichsten war der Abstand bei den mittelgroßen Hunden: Kurzköpfige mittelgroße Rassen kamen auf 9,4 Jahre (Q1). Englische und Französische Bulldogge lagen bei je 9,8 Jahren, der Mops bei 11,6 (Q1).
Noch drastischer sehen die VetCompass-Sterbetafeln aus. Dort lag die Lebenserwartung bei Geburt für alle Hunde bei 11,23 Jahren (95-%-KI 11,19–11,27), beim Jack Russell Terrier bei 12,72 (12,53–12,90), bei der Englischen Bulldogge bei 7,39 (7,08–7,69) und bei der Französischen Bulldogge bei 4,53 Jahren (4,14–5,01) (Q2). Das ist der niedrigste Wert unter den 18 dort ausgewerteten Rassen. Nach unserer Einschätzung dürfte der Wert zu niedrig liegen: Bei einer Rasse, die erst in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen hat, sind die bisher verstorbenen Tiere eher jung. Auch die Dogs-Trust-Autoren weisen darauf hin, dass ein Boom junger Tiere die Lebensdauer einer Rasse unterschätzen kann (Q1). Kurz bleibt das Leben trotzdem, in beiden Datensätzen.

Tierschutz: Qualzucht und kurze Lebenserwartung
Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet in § 11b Abs. 1 unter anderem, Wirbeltiere zu züchten, wenn zu erwarten ist, dass bei den Nachkommen „erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten“ (Q4). Im Sprachgebrauch heißt das „Qualzucht“, das Wort selbst steht nicht im Gesetz. Die Behörde kann nach § 11b Abs. 2 anordnen, solche Tiere unfruchtbar zu machen (Q4). Außerdem ist es nach der Tierschutz-Hundeverordnung verboten, Hunde mit solchen erblich bedingten Merkmalen auszustellen (§ 10 TierSchHuV, Q5).
Ob eine bestimmte Rasse oder ein bestimmtes Tier darunter fällt, entscheiden Behörden und Gerichte im Einzelfall, nicht die Rasse an sich. Die Studien zeigen: Kurzköpfige Rassen leben im Schnitt kürzer (Q1, Q2). Nach unserer Einschätzung sollte, wer einen Welpen einer kurzköpfigen Rasse sucht, sich die Atmung der Elterntiere genau zeigen lassen und tierärztlich beraten lassen.
Was Halter beeinflussen können und was nicht
Die Gene sitzen am längeren Hebel
Die Rasse sucht man sich vor dem Kauf aus, danach ist sie gesetzt. Die Dogs-Trust-Autoren fanden, dass die Lebensdauer von Rassen stark mit ihrer Abstammung zusammenhängt: Verwandte Rassen haben ähnliche Lebensspannen (Pagels Lambda 0,808, Q1). Todesursachen hat die Studie nicht erfasst, Rückschlüsse auf Futter, Bewegung oder Pflege sind daraus nicht möglich (Q1).
Ein Futter, das Lebensjahre schenkt, kennen wir nicht. Werbung, die so etwas verspricht, schauen wir uns in unseren Futtertests genauer an. Was Halter beeinflussen können, ist vor allem die Wahl der Rasse und des Züchters, bevor der Welpe einzieht.

Häufige Fragen
Wie alt werden Hunde im Durchschnitt?
In der Dogs-Trust-Studie lag der Median bei 12,5 Jahren (Q1), in den VetCompass-Sterbetafeln die Lebenserwartung bei Geburt bei 11,23 Jahren (Q2). Die Zahlen unterscheiden sich, weil beide Studien anders rechnen und andere Daten nutzen.
Welche Hunderasse lebt am längsten?
In der Dogs-Trust-Studie der Lancashire Heeler mit einem Median von 15,4 Jahren, gefolgt vom Tibet-Spaniel mit 15,2 Jahren (Q1). Bei VetCompass hatte unter 18 häufigen Rassen der Jack Russell Terrier die höchste Lebenserwartung bei Geburt, 12,72 Jahre (Q2).
Leben Mischlinge länger als Rassehunde?
Nicht pauschal. In der Dogs-Trust-Studie lebten Rassehunde im Median 12,7 Jahre, Mischlinge 12,0 Jahre (Q1). Fast die Hälfte der Rassen lebte länger als die Mischlinge, ein Viertel kürzer.
Warum leben große Hunde kürzer?
Dass große Rassen kürzer leben, ist gut belegt: 11,9 Jahre gegenüber 12,7 bei kleinen Rassen (Q1). Warum das so ist, beantwortet die Studie nicht.
Weiterlesen
Quellen (abgerufen am 17.10.2026)
- Q1: McMillan KM, Bielby J, Williams CL, Upjohn MM, Casey RA, Christley RM. Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death. Scientific Reports 14, 531 (2024), Open Access, CC BY 4.0. doi.org/10…
- Q2: Teng KT, Brodbelt DC, Pegram C, Church DB, O’Neill DG. Life tables of annual life expectancy and mortality for companion dogs in the United Kingdom. Scientific Reports 12, 6415 (2022), VetCompass-Daten. doi.org/10…
- Q3: VetCompass, Royal Veterinary College. rvc.ac.uk/…
- Q4: § 11b Tierschutzgesetz (TierSchG). gesetze-im…
- Q5: § 10 Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV). gesetze-im…
Rassenamen von uns übersetzt, Zahlen unverändert aus den Studien übernommen. Stand 17.10.2026.
Bildnachweise
- Titelbild: Reba Spike, „Senior Labrador (51085818202)“, Wikimedia Commons, CC BY 2.0, verkleinert und als WebP gespeichert
- Border Terrier: Crazelpup, „Border terrier photograph“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert und als WebP gespeichert
- Französische Bulldogge: Reinhold Möller (Ermell), „Französische Bulldogge in Paris“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert und als WebP gespeichert
- Dackel: Dan Bennett, „Dachshund crossing log“, Wikimedia Commons, CC BY 2.0, als WebP gespeichert (Größe unverändert)
Passende Tests

Alleinfuttermittel Hund
animonda GranCarno Adult Rind + Entenherzen Nassfutter Hund im Test
68 % benannte Fleischanteile und günstig, aber ohne Ca/P und mit nur drei Zusatzstoffen.

Alleinfuttermittel Hund
Josera Festival Trockenfutter Hund im Test
Solide und offen deklariert; der beworbene Lachs kommt auf 4 %, für „mit Lachs“ zulässig.

Alleinfuttermittel Hund
ACANA Adult Small Breed im Test
76/100, Gelb: Geflügel vorn, Hersteller deklariert ausführlich, Amazon zeigt alte Rezeptur. Teuer.
Ihr Futter ist nicht dabei?
Jeder Test zeigt die Punktewertung, die Zusammensetzung im Klartext und den Werbeaussagen-Check. Stöbern Sie in allen Tests und finden Sie das passende Futter für Ihr Tier.
Alle Futtertests ansehenVerwandte Artikel

Ergänzungsfutter für Hund und Katze bewerten: Worauf es wirklich ankommt
Gelenktabletten, Pulver, Pasten: Woran man gutes Ergänzungsfutter für Hund und Katze erkennt, warum die Dosis je kg zählt und was Vergleichsseiten oft auslassen.

Kauknochen aus Rinderhaut: Wie sie gebleicht werden, woher sie kommen und was Hunde riskieren
Wie Kauknochen aus Rinderhaut gebleicht werden, was zu Herkunft und Rückrufen belegt ist.

Kaltgepresstes Hundefutter: Herstellung, Vor- und Nachteile, Mythen
Kaltgepresst klingt nach Ölmühle und Frische. Tatsächlich ist es Pelletierung bei laut Fachtierärztin etwa 80–100 °C an der Pelletwand. Was Studien zu Verdaulichkeit und Maillard-Produkten zeigen.
Mehr Wissen für den Napf
Ratgeber zu Zutaten, Fütterung und Gesundheit, verständlich und mit Quellen. Lesen Sie weiter im Fachblog.
Alle Beiträge im Fachblog- Alleinfuttermittel für Hunde im Test32 Tests mit Punkten und Faktencheck
- Ergänzungsfuttermittel für Hunde im Test57 Tests mit Punkten und Faktencheck
- So bewerten wirKriterien, Quellen und Gewichtung offen erklärt
- Futter-LexikonInhaltsstoffe und Zusätze mit Ampel-Bewertung
- Häufige FragenAntworten rund um Futter und Bewertung
- Alle FachartikelRatgeber und Hintergründe aus der Redaktion
Welches Futter sollen wir testen?
Nennen Sie uns einfach den Produktnamen, gern mit Ihren Fragen dazu. Aus beliebten Wünschen machen wir einen Test oder einen Fachbeitrag.
Neue Tests & Rückrufe per E-Mail
Höchstens zweimal im Monat: neue Testergebnisse, Produktwarnungen und Fachwissen. Jederzeit abbestellbar.
